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    Review: Frank Kelleter – David Bowie: 100 Seiten

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    Review: Frank Kelleter – David Bowie: 100 Seiten

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    david bowie buchGrundlagenwissen Pop-Theorie.

    Wohl über kaum einen Musiker könnte man sich länger auslassen als über David Bowie. Jede seiner künstlerischen Phasen, ob die Anfänge als Ziggy Stardust, die Berlin-Jahre Ende der 70er, die Superstarperiode in den 80ern oder auch die Auseinandersetzung mit Alter und Tod auf THE NEXT DAY und BLACKSTAR, könnte Ausgangspunkt für ganze Forschungszweige sein. Frank Kelleter hat sich nun im Rahmen der Reclam-Reihe „100 Seiten“ der sportlichen Herausforderung gestellt, den ganzen Bowie in vergleichsweise kompakter Form abzuhandeln. Und das ist durchaus gelungen – wenn auch freilich ohne allzu tief in einzelne Alben oder Stücke einzudringen. Stattdessen fokussiert sich Kelleter auf zentrale Motive im Schaffen des Briten, nicht zuletzt dessen zahlreiche künstlerische Neuerfindungen. Prominent in dieser Hinsicht natürlich die Schlussworte als Ziggy Stardust beim Konzert mit den Spiders Of Mars im Hammersmith Odeon von London 1973: „Not only is it the last show of the tour, but it’s the last show that we’ll ever do. Thank you.“ Nicht wenige dachten da an ein allzu frühes Ende der Laufbahn des talentierten Avantgardisten. Tatsächlich habe Bowies gesamte Karriere von da an „unter dem Zeichen wiederholter figuraler Austreibungen, gefolgt von wiederholten Totenbeschwörungen“ gestanden, wie Kelleter schreibt. Abrupte Imagewechsel ohne Perioden des fließenden Übergangs, Momentaufnahmen, Fotoästhetik. Von dieser Erkenntnis ausgehend, spürt vorliegendes Buch Fragen nach Authentizität und Inszenierung, Experimentierfreude und Erfolg, Männlichkeit und Weiblichkeit oder auch Abgeschlossenheit und Prozessualität in Bowies Werk nach – und kommt in seiner gedrängten Form der Darstellung auf angenehme Weise dem Charme einer Überblicksvorlesung zum Thema Poptheorie nahe. Dass Kelleter sein Forschungsobjekt wirklich am Herzen liegt, wird übrigens gleich im ersten Kapitel klar. Da beschreibt er, wie er schon als Zwölfjähriger dem schmutzigen Glamour des ZIGGY-STARDUST-Coverfotos erlegen ist.

    7/10

    David Bowie – 100 Seiten
    VON FRANK KELLETER
    Reclam

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