Review: Enuff Z’Nuff – BRAINWASHED GENERATION

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Review: Enuff Z’Nuff – BRAINWASHED GENERATION

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Das 15. Album der Hair-Powerpop-Veteranen

Seit ihrer Gründung 1984 in Chicago haben Enuff Z’Nuff eine wechselhafte Karriere durchlebt, in der sie als Hair Metal kategorisiert wurden, für Poison eröffneten und von Beavis and Butt-Head auf die Schippe genommen wurden, während sie immer darauf bestanden, der Begriff „Powerpop“ würde besser passen für ihren glammigen Hardrock mit Cheap-Trick-Harmonien, wie man ihn auf ihren bekanntesten Hits ›New Thing‹ und ›Fly High Michelle‹ hören konnte. BRAINWASHED GENERATION ist ihr 15. Album, und auf dem hat, wie schon auf dem positiv aufgenommenen DIAMOND BOY von 2018, das einzige verbliebene Gründungsmitglied, Bassist Chip Z’Nuff, die Position am Mikrophon übernommen. Die Platte zeigt eindrucksvoll, wie aufmüpfige Dauerwellen-Jungspunde mit so viel Würde altern können, wie das für einen Mann mit Witzbrille, blondgefärbter Mähne und glitzerndem Armee-Cap eben möglich ist. Zu ihm gesellen sich hier Schlagzeuger Dan Hill, die Gitarristen Alex Kane und Tony Stoffregen sowie in Form von Gastauftritten auch Ace Frehley, Mike Portnoy und Rick Nielsens trommelnder Sohn Daxx. Die typischen Gesangsharmonien finden sich auch auf BRAINWASHED GENERATION wieder und Z’Nuffs polierter, im Rock verwurzelter Pop nimmt ELO, Glam-Albernheiten und stadionfreundliche Feuerzeugnummern ins Visier, etwa auf ›Fatal Distraction‹, ›I Got My Money Where My Mouth Is‹ und dem krakeelenden ›Drugland Weekend‹. Am effektvollsten wirken Enuff Z’Nuff, wenn Chip sich wie in ›Strangers In My Head‹ mit dem Altern befasst. In diesen klaustrophobischen Zeiten ein seltsam erfrischendes Album.

6 von 10 Punkten

Enuff Z’Nuff, BRAINWASHED GENERATION, FRONTIERS/SOULFOOD

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