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    Review: David Bowie – BLACKSTAR

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    Review: David Bowie – BLACKSTAR

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    Bowie, DavidGute Reise Major Tom.

    Erst Keith Richards und David Gilmour, dann Billy Gibbons, Neil Young und Jeff Lynne – es hagelt derzeit Alterswerke. Nun also David Bowie. Vor seinem überraschenden Comeback 2013 mit THE NEXT DAY hatte er eine volle Dekade lang geschwiegen, nun schießt er ein weiteres, sein 25. Studioalbum aus der Hüfte. Mit dem traditionalistischen Angebot von THE NEXT DAY, das seine Koordinaten zwischen SCARY MONSTERS, ›“Heroes“‹ und Tin Machine fand, hat das hier jedoch nichts zu schaffen, die emotionale Textur von BLACKSTAR erinnert eher an die Berlin-Trilogie. Von den sieben Tracks mit insgesamt 42 Minuten Spielzeit sind drei bereits bekannt: ›’Tis A Pity She Was A Whore‹ und ›Sue (Or In A Season Of Crime)‹ wurden bereits 2014 veröffentlicht, Letzteres auf der Compilation NOTHING HAS CHANGED und als Single, Ersteres als deren B-Seite. Beide Stücke wurden für das Album neu gemischt bzw. mit veränderten Arrangements versehen. Der mäandernde, fast zehnminütige Titeltrack er­­schien als Vorabsingle bereits am 20. November und fungiert als Titelmelodie der Sky-TV-Serie „The Last Panthers“. Produziert wurde BLACKSTAR von Bowies Dauerpartner Tony Visconti. Soweit die Fakten. Vom verbindlichen Adele-Konsens und den genormten Standards interna­tionalen Veteranen-Rocks hat sich Bowie so weit entfernt wie nur möglich, das hier ist flirrendes, kalt schimmerndes Kopfkino. Schon die hyperaktiven, nervös wabernden Rhythmen von ›Blackstar‹, einer dreiteiligen, suitenartig angelegten Spiegelung von Krautrock, Ambient und Drum’n’Bass, fordern den Hörer in einer Weise, wie das im durchformatierten Popbetrieb nur noch selten geschieht (und wenn, dann an den akademischen Avantgarde-Rändern). Mit Pop will das alles ohnehin nichts zu tun haben. Das mitunter nervenaufreibend präsente Tenorsaxo­­fon schert sich nicht um brave Jazz-Gediegen­heit, stattdessen konterkariert es Bowies verstörend jenseitige Gesangslinien. Die wenigen Rockismen von Gitarre, Bass und Drums, die sich in dieser monströsen Meditation verirren, wirken wie Fata Morganen aus einer lange versunkenen Epoche. BLACKSTAR ist spröde wie der Februar, Trost ahnen lässt nur das finale ›I Can’t Give Everything Away‹. Ein aufregender Trip in futuristische, klaustrophobische Welten und finster-eisige Abgründe – passend zur Zeit, die ja selbst längst jenseits des Pop gestrandet ist. Gute Reise also mit Major Tom, der so vieles gesehen hat seit damals, als er sein Sternenschiff bestieg.

    David Bowie
    BLACKSTAR
    Sony
    9/10

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