Review: Chris Shiflett – HARD LESSONS

Chris Shiflett Hard Lessons

Foo Fighter kämpft an der Country-Front

Schon das Cover ist ulkig: Chis Shiflett, hauptberuflich Gitarrist bei den Foo Fighters, gibt den Willie Nelson während seiner Outlaw-Phase – Rauschebart, T-Shirt, Jeans, Bandana. Anstatt Willies heißgeliebter „Trigger“-Akustikgitarre hat sich Shiflett allerdings eine E-Gitarre, eine Fender Telecaster, um den Hals gehängt. Unter Strom steht dieser Mann ohnehin. Und wie! Vermutlich hat man Nashvilles ehrwürdiges RCA Studio A – Produzent Dave Cobbs angestammte Wirkungsstätte – noch nie einem derartigem Dezibelgewitter ausgesetzt. Und wahrscheinlich wurde in dem Gemäuer auch noch nie so herzerfrischend gerockt, wie es Shiflett und seine Spießgesellen – eine Horde von Nashvilles Session-Musikern – hier machen. Nicht selten präsentiert der Foo Fighter richtig deftigen, breitbeinigen Stadionrock. Gleich der Opener ›Liar’s Word‹, gibt davon eine Kostprobe. Das nachfolgende ›This Ol’ World‹ spinnt den dicken Zwirn weiter, eine Gitarrensalve jagt die nächste, Pedal-Steel-Ass Paul Franklin sorgt für dezente Country-Tupfer. Noch mehr erinnert sich Shiflett daran, dass er ja in Nashville verweilt, bei dem köstlich altmodischen Country-Rocker ›The One You Go Home To‹. Bei so viel Anachronismus muss man sich fragen: Meint der das wirklich ernst? Oder ist das alles nur eine herrliche Parodie? Doch das fragen sich die Leute ja auch schon seit Ewigkeiten bei Dwight Yoakam.

9/10

Chris Shiflett
HARD LESSONS
EAST BEACH RECORDS/THIRTY TIGERS/AL!VE

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