Review: Peter Gabriel – SO/US/UP

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Review: Peter Gabriel – SO/US/UP

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peter gabriel so vinyl 2016Peter Gabriels Big Time: zweite Fuhre der Vinyl-Retrospektive.

Mit einer kleinen Sensation ging im vergangenen Jahr die Vinyl-Retrospektive von Peter Gabriel an den Start: Erstmals unterzog man beide deutschsprachigen Alben einem Remastering. Zudem lag jede der sechs LPs von 1977 bis 1982 als Half Speed Mastering im Doppel-LP-Format mit 45 RPM für optimalen Hörgenuss neu auf. Mit den drei Studiowerken (SO im Doppel-, US und UP gar im Triple-Format!) setzt sich die Reihe unter identischen Vorzeichen fort: Zum globalen Superstar avanciert Gabriel 1986, als er sich nach dem Teamwork auf dem Soundtrack BIRDY mit Studiokatalysator Daniel Lanois, Gitarrist David Rhodes, Bassist Tony Levin und Drummer Jerry Marotta an die zweite Zusammenarbeit wagt: Das Multiplatinwerk SO mit ellenlanger Gästeliste konzipiert Gabriel als Zugeständnis an den Pop-Markt: Der MTV-Favorit ›Sledgehammer‹ mutiert tatsächlich zum Evergreen. Auch die Yuppie-Persiflage ›Big Time‹, das Zeitlupen-Duett ›Don’t Give Up‹ mit Kate Bush sowie der mit Avantgardistin Laurie Anderson co-komponierte Beitrag ›This Is The Picture (Excellent Birds)‹ schlagen ein. An Genesis Mark 1 erinnern ›Red Rain‹ und ›In Your Word‹. Der Nachfolger US (1992) kann die Rekordwerte des Vorgängers weder toppen noch halten, erweist sich aber als die interessantere Arbeit. ›Come Talk To Me‹ klingt hymnisch, der Tanzflächenfüller ›Steam‹ hingegen wie Gabriels Version von Bowies ›Fashion‹. Das schon vom Soundtrack UNTIL THE END OF THE WORLD bekannte ›Blood Of Eden‹ mit Sinéad O’Connor gerät elegisch entspannt, ›Washing Of The Water‹ orientiert sich an bluesigem Gospel. Als tanzbar erweist sich der Ohrwurm ›Digging In The Dirt‹, auf den Bewegungsdrang des Zuhörers zielt auch ›Kiss The Frog‹. Als Abkehr vom Konsens fungiert 2002 das Geburt und Tod thematisierende UP: Bis auf das finale ›The Drop‹ liegt keiner der sperrigen Tracks (u.a. ›Darkness‹, ›No Way Out‹) unter sechs Minuten. Ätherischer Wohlklang kontrastiert mit atonaler Dissonanz, laut mit leise, harsch mit subtil, schnell mit langsam. ›The Barry Williams Show‹, kritische Analyse über Krawall-Talk-Shows wie die seinerzeit kontrovers diskutierte „Jerry Springer Show“, offeriert in Überblendung aus Downbeat, Blues, Jazz-Trompeten, Beatles-Chören, Krautrock-Elektronik und Streicher-Opulenz einen zwar gewagten, jedoch gelungenen Stilmix.

Peter Gabriel
CAROLINE/UNIVERSAL
SO: 9/10
US: 9/10
UP: 9/10

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