Orianthi: Ohne Filter

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Orianthi: Ohne Filter

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O ist eine vertonte Zeitreise durch Orianthis Karriere, von futuristischem Rock bis zu gefühlvollem Blues. Mit CLASSIC ROCK sprach die australische Ausnahmegitarristin über die unglaublich schnelle Produktion ihrer aktuellen Scheibe, wie sie mit der konzertlosen Covid-19-Situation umgeht und was ihr bei Hired-Gun-Gigs wichtiger als die Bezahlung ist.

Orianthi, zwischen deinem neuen Soloalbum O und HEAVEN IN THIS HELL (2013) liegen ganze sieben Jahre …
In meinem Leben ist in dieser Zeit eine Menge passiert. Ich war in so vielen Projekten involviert, dass es sich erst jetzt richtig anfühlte, wieder eine eigene LP aufzunehmen. Da war beispielsweise RSO, ich arbeitete für Filmsoundtracks, spielte ständig irgendwo Shows oder wurde als Studiomusikerin gebucht. Als die finale Entscheidung fiel, O anzugehen, traf ich mich mit meinem Freund Marti Frederiksen [Produzent/Songwriter u. a. für Aerosmith, Ozzy Osbourne, Mötley Crüe] in Nashville und wir tüteten die Scheibe in 28 Tagen ein.


Von der ersten Songidee bis zur fertigen Platte waren das wirklich nur 28 Tage?

Exakt – und es ist immer noch total verrückt. Klar denkt man darüber nach, ein paar ältere Ideen auszugraben, aber für mich sind die Alben die besten, die nicht schon zuvor kaputtgedacht werden, sondern einfach eine spontane Momentaufnahme sind.


In vier Wochen ein derart vielschichtiges Werk quasi aus der Hüfte zu schießen, ist schon etwas Besonderes.
Dankeschön. O ist für mich genau die richtige experimentelle Mischung zwischen klassischem und modernem Rock, Blues und Pop mit einem Schuss EDM. Es gibt allerdings auch nur die zehn Stücke, die auf der LP gelandet sind und keine B -Seiten oder Outtakes … Für 28 Tage war die To-do-Liste verständlicherweise mächtig gefüllt. (schmunzelt) Die Aufnahmen sind übrigens schon im letzten Jahr entstanden und ich bin bereits am Überlegen, wie wohl meine nächste Scheibe klingen wird.

Textlich gibt es auf O – im Gegensatz zur Musik – ein paar echt schwerverdauliche Momente. In ›Crawling Out Of The Dark‹ beispielsweise zeichnest du ein extrem düsteres Beziehungsszenario.
Speziell diese Story ist eine Zusammenfassung aus mehreren Geschichten, die in meinem Umfeld passierten. Es fühlte sich für mich passend an, die Geschehnisse ohne Filter mit enormer Intensität wiederzugeben. Sowas in der Art gibt es ja nur selten bis gar nicht, weswegen dieser Text einfach sein
musste.

Mit einem Album wie O im Gepäck ist es doch eine harte Nuss, nicht auf Tour gehen zu können.
Es sind einige Live-Streams in Planung. Ehrlich gesagt lasse ich aktuell alles auf mich zukommen und gebe auch nur ausgewählte Interviews. Der Umstand, dass es im Moment keine Konzerte gibt, inspiriert mich eher, an neuer Musik zu arbeiten und diese zu veröffentlichen, anstatt mich allzu sehr in Dinge zu verrennen, die nichts mit der eigentlichen Sache zu tun haben.

Als Shows noch möglich waren, standest du mit Legenden wie MichaelJackson [während der Proben zu THIS IS IT], Alice Cooper oder Michael Bolton auf der Bühne. Wie bereitest du dich auf Engagements
dieser Art vor?

Das sind natürlich alles grundverschiedene Künstler und es erfordert viele Stunden, bis man ihre Songs inklusive des richtigen Feelings beherrscht. Es ist also gar nicht so schwer wie es aussieht. (lacht) Bei solchen Gigs bin ich jedoch sehr wählerisch und es geht mir dabei mehr als nur um das Honorar, sondern vielmehr um die Musik, die ich spiele. Wenn ich meine Gitarre in die Hand nehme, möchte ich immer mit der Seele dabei sein.

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