Danko Jones

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Danko Jones

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danko jonesMissverstanden und Spaß dabei: Danko Jones wildert gerne mal unter der Gürtellinie. Im Sommer auch im CLASSIC ROCK-Land.

Danko Jones hat ziemlich klare Vorstellungen davon, wie Rock’n’Roll funktioniert. Und wie nicht. „Leidenschaft“ ist der springende Punkt, da ist sich der kanadische Sänger und Gitarrist absolut sicher. Weshalb ihm auch jene Bands suspekt sind, die quasi aus dem Nichts auftauchen, die nie die harte Schule der mäßig besuchten Club-Gigs, der ruinös selbstfinanzierten Platten und semi-seriösen Labels durchlaufen haben. Danko Jones, der Band, wurde nie etwas geschenkt.

BELOW THE BELT heißt ihr neues Album, und dem sarkastischen Realismus hat Jones bis heute nicht ab-geschworen: elf Songs, produziert von Matt De Matteo und so herzhaft direkt wie eh und je. Was für die Musik gilt – getreu dem Motto, dass Bass, Gitarre und Schlag-zeug völlig ausreichen, um jede Menge Druck zu produzieren. Was aber natürlich auch die Texte betrifft, in denen Jones gewohnt drastisch Zwischen­menschliches ausbreitet. Moralisten werden Danko Jones’ Schlag unter die Gürtellinie wohl kaum goutieren, und gewiss wird wieder allerlei missverstanden werden. Ein italienisches Magazin war es, das einst behauptete, Danko Jones würde gerne in seinem Auto Jungfrauen beglücken, deren Freunde währenddessen im Kofferraum um Luft ringen.

Der Song ›Cadillac‹ benutzte zwar genau dieses Bild, war jedoch – nur ein Song. Darauf, dass Texte nicht zwangsläufig autobiografisch sein müssen, sei vor dem Konsum von BELOW THE BELT noch einmal explizit hingewiesen.

Doch das Image des Sexisten will genährt werden, und sei es nur mit dem oft kolportierten Hinweis, Jones habe einst in einem Porno-Shop gejobbt. Dass er seine Miete auch in einem Plattenladen verdiente und als Lagerarbeiter tätig war, bevor seine Kapelle in Schwung kam, wird nicht gar so oft erwähnt.

Am besten, man macht sich selbst ein Bild von Danko Jones, was in diesem Sommer auch nicht sonderlich ­schwer fallen dürfte: Acht Shows stehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Programm, los geht es am 12. Juni beim Nova Rock-Festival im österreichischen Nickelsdorf. Mit jedem Cadillac leicht zu erreichen.

Jochen Schreiber

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