Neuauflagen: Argent

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Neuauflagen: Argent

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Zum wiederentdecken: Rock mit Ohrwurm Qualität

Von der Kritik hochgepriesen, doch vom Kunden ignoriert: Hinter Argent lagen 1972 schon zwei propere Alben im anspruchsvoll-experimentellen Prog-Rock-Kontext. Für Initiator, Namensgeber und Keyboarder Rod Argent eine vertrackte Situation, die ihm nur allzu bekannt vor- kam: Mit seiner Vorgängerband The Zombies, die in den USA zeitweilig sogar erfolgreicher operierte als in der britischen Heimat, gehörte er 1964 zwar zur Speerspitze der Beat-Invasion. Doch das finale Opus Magnum der Untoten, das famose Konzeptwerk ODESSEY AND ORACLE, gelangte 1968 in Großbritannien noch nicht einmal zur Veröffentlichung.

Doch für die dritte Produktion unter dem optimistischen Titel ALL TOGETHER NOW modifizierte das mit Bassist Jim Rodford, Schlagzeuger Bob Henrit sowie Sänger, Gitarrist und Komponist Russ Ballard komplettierte Quartett sein Klangbild von Grund auf. Das Kernstück bildete die eingängige Rock-Hymne ›Hold Your Head Up‹, die in den Rock- Diskotheken ausgezeichnet als Tanzflächenfüller funktionierte und in gekürzter Version auch weltweit die Single-Charts enterte.

Ebenfalls mit Ohrwurmqualität empfehlen sich simpel verrockt ›He’s A Dynamo‹, ma- nisch versoult ›Be My Lover, Be My Friend‹ und das kernig verfunkte ›Tragedy‹, das noch heute im Verdacht steht, Blau- pause des gleichnamigen Millionensellers der Bee Gees zu sein. ›Pure Love‹ operierte mit Bach’scher Kirchenorgel als mehrteilige klassische Suite. Auf ›Keep On Rollin’‹ klimperte virtuos ein Boogie-Piano.

Für Argent, in jener Ära gern gesehene Gäste auf Open-Air-Festivals, ging die Rechnung in jedem Fall auf: Von ihren sieben Alben, die zwischen 1970 und 1975 veröffentlicht wurden, blieb ALL TOGETHER NOW das mit Abstand bestverkaufte Werk mit hohen Chartnotierungen auf beiden Seiten des Atlantiks.

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