Motor Sister: Mit der Muttermilch aufgesogen

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Motor Sister: Mit der Muttermilch aufgesogen

Den Namen Scott Ian verbinden wir mit Anthrax und S.O.D., klar. Mit Motor Sister hat der New Yorker seit Silvester 2013 außerdem eine waschechte Rock’n’Roll-Truppe am Start. Am 6. Mai erscheint mit GET OFF das zweite Album der Band.

Hi Scott! Mit Motor Sister wandelt ihr auf den Pfaden der kalifornischen Bluesrocker Mother Superior, deren ehemaliger Sänger Jim Wilson nun eurer Frontmann ist. Wie bist du zum ersten Mal auf Mother Superior aufmerksam geworden?
Durch meinen Kumpel Nils, der in Los Angeles als Fotograf arbeitet. Ich war damals in seinem Studio. Das muss 1996 oder 1997 gewesen sein. Dort habe ich die Band zum ersten Mal gehört und fand sie ziemlich cool. Ich fragte ihn, wer das sei, und er sagte mir, dass das Mother Superior aus Los Angeles sind. Er hat mir die CD gebrannt und ich wurde zum Fan.

Der erste und eigentlich einzige Gig von Motor Sister fand am 31. Dezember 2013 statt, also an deinem 50. Geburtstag. Wann hast du gemerkt, dass das keine einmalige Sache ist, sondern ein längerfristiges Projekt?
Das war irgendwie immer klar. Metal Blade Records fragte uns gleich nach der Show, ob wir ein Album rausbringen möchten, und natürlich wollten wir das. Als wir damit fertig waren, sprachen wir darüber, dass es großartig wäre, auch eigene Songs zu schreiben, statt bloß Stücke von Mother Superior zu covern. Das hat etwa 2017 oder 2018 angefangen. Da hat mir Jim die ersten Demos geschickt. Du arbeitest bei Motor Sister nicht nur mit Jim zusammen, sondern auch mit deiner Frau Pearl, die gemeinsam mit ihm singt.

Wie fühlt es sich für dich an, mit deiner Frau zusammenzuarbeiten?
Die Tatsache, dass wir gemeinsam in einer Band spielen und das tun, was wir am meisten lieben, ist großartig. Ich war immer mal mit ihrer Band Pearl auf Tour, ob als Gitarrist oder als Tourmanager. Aber das war etwas anderes, weil das ihr Ding war. Ich freue mich natürlich, wenn ich dort dabei sein kann, aber bei Motor Sister sind wir wirklich in derselben Band und das ist toll.

Wie sind Schlagzeuger John Tempesta und Bassist Joey Vera dazugestoßen?
Zuerst haben wir Jim gefragt, denn wenn er nicht gewollt hätte, hätten wir das Projekt abgeblasen. Danach habe ich John und Joey vorgeschlagen. Joey und Jim kannten sich sogar schon.

Was verbirgt sich hinter dem Albumtitel GET OFF?
Darauf ist Pearl gekommen. Ich weiß nicht, was genau sie gelesen hat, aber es handelt sich bei „Get off“ um einen Ausdruck, den Biker benutzen. Er bedeutet, dass man schnell vom Motorrad abspringt, bevor man
einen Unfall baut. Ich hatte noch nie davon gehört, aber inhaltlich ergibt es Sinn, denn auf der Platte geht es um eine Beziehung von Jim, aus der er ausgestiegen ist, bevor er größeren Schaden nehmen konnte.

Was habt ihr nach der Albumveröffentlichung vor?
Wir würden gerne auf Tour gehen, aber sind ja alle auch in anderen Bands, also ist das schwierig. Wir spielen eine Show in Los Angeles und auf ein paar Festivals, aber langfristig würde ich gerne überall hin, wenigstens einmal, damit die Leute uns sehen können. (Text: Timon Menge)

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