Giant Giant Sand: Frankfurt, Zoom

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Giant Giant Sand: Frankfurt, Zoom

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Howe Gelb, seit 1985 Chef des in Tucson, Arizona ansässigen Musikerkollektivs Giant Sand, findet neuerdings Gefallen an Doppelt-Gemoppeltem: Um seine ambitionierte Country-Rock-Oper TUCSON im Frankfurter Club Zoom in Szene zu setzen, erweitert der umtriebige Gelb kurzerhand seine Formation auf Orchestergröße und betitelt mit Hang zur Gigantomanie das Ensemble in Giant Giant Sand um.

Bis zu elf Musiker, Musikerinnen und Vokalisten und Sängerinnen tummeln sich auf der Bühne, wenn der 56 Jahre alte Sänger, Komponist, Gitarrist und Produzent Howe Gelb sich einen Wunschtraum erfüllt. Zwischen bisweilen gar bizarren Coverversionen wie Jeanettes ›Porque te vas‹, Skeeter Davis’ ›The End Of The World‹ sowie The Bands ›Out Of The Blue‹ entfaltet die Truppe ein Sammelsurium an Stilanleihen: Von Rock’n’Roll über Americana bis hin zu Latin, Mariachi, Tex Mex und schummrigem Bar-Jazz reicht die Palette.

Auf die Idee zu TUCSON kam Howe Gelb bei einem Festival vergangenes Jahr in Berlin, als er erstmals erweitert um Sergio Mendoza Y La Orkesta mit jenen famosen Musikern auftrat, die das neue Konzept bereichern: Brian Lopez, Gabriel Sullivan und Jon Villa. Triebfeder dürfte auch der massive Erfolg seiner ehemaligen Bandmitglieder Joey Burns und John Convertino sein, die als Calexico Giant Sand längst übertrumpft haben. Howe Gelbs Hang zur Ironie, Kauzigkeit und Sarkasmus faszinierte ja seit Anbeginn.

Bis zu fünf Gitarren vereinen sich im Bombardement aus Trompeten, Akkordeon, Stehbass, Bratsche, Violine und E-Piano. Doch auch die umgekehrte Variante funktioniert, wenn sämtliche Beteiligte sich in spartanischer Instrumentierung zurücknehmen und wunderbare Momente der Entspannung den Raum erfüllen. Howe Gelbs stets philosophisch angehauchte Textprosa lässt sich als Weltumrundung mit zahllosen Etappenzielen interpretieren. Freilich ohne jemals anzukommen oder gar sesshaft zu werden. Ob diese Tour mit Giant Giant Sand eine Ausnahme bleibt, kann man momentan noch nicht sagen. Hoffentlich jedoch nicht! Denn diesen außergewöhnlichen Musiker in diesem noch außergewöhnlicheren Rahmen zu sehen, ist ein absolutes Erlebnis.

 

 

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