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Kings Of Leon – THE COLLECTION BOX

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kings of leonKomplettrückblick der schrecklich netten Familie Followill.

Auch nach dem Aufstieg in die Zunft millionenschwerer Stadionbands mit Platinalben, Privatjet und Modelgattin Lily Aldridge geben sich Caleb Followill und die Kings Of Leon betont rustikal und bodenständig. Aber hinter der Fassade des Quartetts aus Nashville, Tennessee, lauert auch verklemmte Provinzialität, wie das Filmporträt „Talihina Sky“ unterstreicht, das ungeschönt den fundamental religiösen Hintergrund des Clans beleuchtet. Bevor das sechste Studiowerk folgt, blicken die Followills in der handlichen THE COLLECTION BOX zurück auf fünf Alben und den exzellenten Konzertmitschnitt LIVE AT THE O2 LONDON auf DVD: YOUTH AND YOUNG MANHOOD paart 2003 charmant hemdsärmeligen Garagen Rock mit Südstaatenwurzeln, hat aber auch eigenes Profil. Ein Rezept, das im Heimatland trotz knackiger Ohrwurmsingles wie ›Red Morning Light‹, ›Molly’s Chambers‹, ›Wasted Time‹ und ›California Waiting‹ kaum ankommt, sich im fernen Großbritannien aber mühelos auf Rang drei platziert. Verschrobenen Blues serviert ›Dusty‹, Country dominiert ›Talihina Sky‹. Annonciert als „The next Strokes“, liefert der Nachfolger AHA SHAKE HEARTBREAK 2004 eine konsequente Fortsetzung des Erfolgskonzepts und rennt in UK abermals offene Türen ein. Als Eckpfeiler fungieren die R’n’B-Orgien ›Taper Jean Girl‹, ›Pistol Of Fire‹ und ›Four Kicks‹, abgerundet mit den akustischen Blues-Oden ›Milk‹ und ›Day Old Blues‹. Die erste Pole Position in England, Irland und Neuseeland folgt drei Jahre später mit BECAUSE OF THE TIMES: Härtergesottenes wie ›Charmer‹, ›McFearless‹ und ›Black Thumbnail‹ kuschelt mit Ohrwurmigem (›Fans‹), Schrägem (›My Party‹), Verträumtem (›Trunk‹) und Verrocktem (›Camaro‹). Ab ONLY BY THE NIGHT kommen nicht nur die USA auf den Trichter – es regnet weltweit Multiplatin. Atmosphärisch Elektronisches (›Closer‹, ›Manhattan‹) hält ebenso Einzug wie Experimentierwille (›Crawl‹, ›I Want You‹) und infektiöse Stadionhymnen (›Use Somebody‹, ›17‹, ›Notion‹). COME AROUND SUNDOWN, die erste Nummer eins in Deutschland, kann 2010 die weltweiten Absatzzahlen des Vorgängers nicht halten. Stilistisch geht’s mit Griffigem wie ›Radioactive‹, ›The End‹, ›Mary‹ und ›Beach Side‹ in die Breite und Tiefe, anstatt Grenzen zu überschreiten oder gar neue Horizonte zu erobern.

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