Jo Jo Gunne – JO JO GUNNE / BITE DOWN HARD / JUMPIN’ THE GUNNE / SO… WHERE’S THE SHOW

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Jo Jo Gunne – JO JO GUNNE / BITE DOWN HARD / JUMPIN’ THE GUNNE / SO… WHERE’S THE SHOW

Jo Jo GunneSchalt das Autoradio an: purer Rock’n’Roll aus dem sonnigen Kalifornien.

Wer seinen Namen von Chuck Berrys eher ob-skurer Komposition ›Joe Joe Gun‹ ableitet, der steht automatisch im Verdacht, Rock’n’ Roll als pure Unterhaltung zu begreifen. Jo Jo Gunne aus Los Angeles, ein von den ehemaligen Spirit-Mitgliedern Jay Fer-guson und Mark Andes mit Marks Bruder Matt Andes und William ›Curley‹ Smith aus der Taufe gehobenes Projekt, einigten sich 1972 mit Asylum-Chef David Geffen auf schnörkellosen, geradlinigen Rock und Pop, der nicht allzu weichgespült daherkommen sollte. Ein Versprechen, das vor allem das von Tom Dowd produzierte Debüt JO JO GUNNE mit der Autoradiohymne ›Run Run Run‹ einlösen konnte. Auch sonst ließ der Erstling aufhorchen: Rustikaler Rock-Blues wie ›I Make Love‹, ›99 Days‹ und ›Academy Award‹, garniert mit einem Quäntchen Westküsten-Folk und dargeboten von vier Sonnyboys mit Womanizer-Faktor, suggerierte den ewigen Sonnenschein von Kalifornien, am besten genossen im offenen Wagen. Wenn denen nur nicht das Benzin ausgeht, unkten Pessimisten.
Prompt ersetzte Jimmy Randall den abtrünnigen Mark An- des auf dem Zweitling: BITE DOWN HARD versuchte 1973 mit ›Roll Over Me‹, ›Broken Down Man‹ und ›Rock Around The Symbol‹ noch einmal Vollgas zu geben, doch der Überraschungseffekt und die Frische des Debüts fehlten. Außerdem konnte die J. Geils Band an der Ostküste das alles einfach besser. Mit JUMPIN’ THE GUNNE, das nur noch passabel und mit angezogener Handbremse rockte, stellte sich die Formation selbst ein Bein: Auf dem Cover liegen die Vier im Messingbett, im Blick eine korpulente Frau, zu der auch ein kleines Schweinchen aufblickt. Einen noch schlimmeren An- blick bot das Innere im Aufklappcover – zu viel für fromme Hausfrauenverbände im Bible Belt und anderswo. Dann kam auch noch Matt Andes abhanden, der zunächst von Star Donaldson, dann durch John Staehely ersetzt wurde. Während sich in Europa der Glam Rock schon wieder verflüchtigte, erforschten Jo Jo Gunne urplötzlich ihre feminine Seite in hautengen Leopardenhosen. SO… WHERE’S THE SHOW überzeugte mit den satten Rockern ›S & M Blvd.‹, ›Big, Busted Bombshell From Bermuda‹ und ›I’m Your Shoe‹ – kam aber mindestens zwei Jahre zu spät.

JO JO GUNNE: 8
BITE DOWN HARD: 5
JUMPIN’ THE GUNNE: 6
SO… WHERE’S THE SHOW: 7

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