Hole In The Sky: NO-Bergen, Logen/Garage/USF Verftet

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Hole In The Sky: NO-Bergen, Logen/Garage/USF Verftet

Hole-in-the-Sky-Bergen-Metal-Fest-2012Fulminanter und doch trauriger Abschied: Norwegen hat fortan ein Top-Rock-Event weniger.

Neben dem niederländischen Roadburn-Festival ist das nor­­­­wegische Hole In The Sky ein In­­door-Event, das Freunde extremer und zugleich außergewöhnlicher Klänge bereits Monate im Voraus als Pflichtveranstaltung schwarz im Kalender angemarkert haben. In diesem Jahr ganz besonders, denn das Vier-Tage-Festival findet zum letzten Mal statt. Grund dafür ist der Umbau der zentralen Veranstaltungshalle USF Verftet. Folglich ist der Ansturm auf die 2.500 Tickets heftiger denn je.

Das speziellste Konzert findet direkt zum Auftakt statt, und zwar nicht wie gewöhnlich im kultig-abgeranzten Keller des Clubs „Ga­­ra­­ge“, sondern in edlem Ambiente. Wardruna laden zu einer ihrer ra­­ren Shows – und sie spielen da­­bei im „Logen“-Theater, einem alt-erwürdigen Bau mit Stuckdecken, schweren Samtvorhängen und gigantischen Lüstern. Hier hat bereits Edvard Grieg Konzerte gegeben. Heute nehmen hier 400 Metal-Fans Platz, um dem ersten Gig von Wardruna in ihrer Heimatstadt beizuwohnen. Der Kontrast wirkt bizarr: Nietenjacken, schwarz-weiße Band-Shirts mit krakeligen Schriftzügen, schwere Bikerboots – und das inmitten des Ambientes, das eigentlich nach Abendrobe, Pelzmänteln und Wein aus teuren Kristallgläsern schreit. Stattdessen gibt es Bier – und eine Band, die es sich zum Ziel gesetzt hat, ihre kulturellen Wurzeln möglichst authentisch zu vertonen. Mit klassischer Rockmusik hat das nichts zu tun – eher mit Schamanismus. Denn Wardruna haben sich der nordischen Folklore und den heimischen Traditionen mit Haut und Haaren verschrieben. Band-Chef Kvitrafn, der ehemals als Drummer bei den Finsterlingen Gorgoroth gewütet hat, ist durch jahrelange Studien zu einem Experten in Sa­­chen Runen geworden. Und so ist es nur konsequent, dass er alle Ver­­öffent­­lich­­ungen des Projekts als Teil des großen Ganzen be­­trachtet und jeder Platte jeweils acht Runen des älteren Futhark wid­­met bzw. widmen will, denn die Trilogie ist noch nicht vollendet. Zudem baut der Norweger auch seine Instrumente selbst, Steine, Wurzeln, Häute und Knochen sind also essenzielle Elemente einer jeden Wardruna-Show.

So auch heute. Und vor allem in Kom­bi­nation mit der introvertierten, konzentrierten Performance, bei der allein die Musik im Mittelpunkt steht, tragen solche Details dazu bei, die Show noch authentischer wirken zu lassen. Kvitrafn, der nicht nur von seinen beiden wichtigsten Kreativ-Partnern Lindy Fay Hella und Gaahl am Gesang unterstützt wird, sondern mit einer ganzen Musiker-Armada auf der Büh­­ne steht, ist Dreh- und Angelpunkt des Auftritts, wenngleich auch Gaahl durch seine düster-erhabene Aura zahlreiche bewundernd-ehrfürchtige Blicke des Auditoriums erntet. Nach rund der Hälfte des Sets löst sich auch merklich die Spannung – und zwar sowohl auf als auch vor der Bühne. Wardruna spielen sich befreit in den Rausch der Runen, und die Zuschauer trauen sich auch endlich, die Stille nach dem Ende eines Songs mit Applaus zu füllen. Ein denkwürdiger Abend, für die Lokalhelden ebenso wie für das Publikum.

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