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    Henrik Freischlader – Blaue Kappe

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    Henrik Freischlader – Blaue Kappe

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    Die Mütze ist sein Markenzeichen. Der Mann aus Wuppertal ist ein Allrounder, für sein Ende November kommendes Album NIGHT TRAIN TO BUDAPEST spielte er wieder alle Instrumente selber ein – bis auf die Hammond-Orgel. Damit nicht genug, er betreibt auch noch seine eigene Plattenfirma: Cable Car Records.

    HF_5Der 33-jährige Blueser verfügt über eine höchst angenehme Eigenschaft, er hat Humor. Auf die Frage, ob etwas an ihm typisch für einen Wuppertaler sei, antwortet er: „Ja, die Schwebebahn! Wir sind uns sehr ähnlich, wir hängen beide ständig in der Luft.“ Dabei kann von einem Durchhänger in Freischladers Karriere keine Rede sein, im Gegenteil, für Henrik geht’s bergauf. So folgte auf sein letztes Studioalbum HOUSE IN THE WOODS eine 14-wöchige Tournee im In- und Ausland. Zudem haben sich die Hallen, in denen der Autodidakt aufspielt, in den letzten Jahren stetig vergrößert und die verkauften Tickets damit vervielfacht.

    „Die neue Platte wird sehr rockig und brachial, wenn man sie aufdreht, tut sie weh“, kündigt Henrik augenzwinkernd an. „Wir haben mit acht Amps aufgenommen und die waren ständig gleichzeitig in Betrieb – die Heizung im Studio war also größtenteils aus… Es wird aber auch schöne Balladen geben, sehr intim und offen.“ Zum Albumtitel sagt er: „Das neue Album heißt NIGHT TRAIN TO BUDAPEST. Ich bin ein paar Mal mit dem Zug nach Budapest gefahren und habe das als überaus kreative Erfahrung erlebt. Das Vorüberziehen der Weite dort draußen ist bestens geeignet, vieles aus einer übergeordneten Perspektive zu betrachten. Die Vorfreude auf diese wunderschöne Stadt und die rührend herzlichen Menschen dort brachten immer viel in Bewegung und wirkten inspirierend.“

    Freischlader empfindet es als Herausforderung, den blauen Noten anno 2013 neue Seiten abzuringen. „Man muss sich daran erinnern, dass der Blues für fast jede andere Musikrichtung die Wurzel ist“, unterstreicht er. „Trotzdem kann man von einem 18-Jährigen nicht erwarten, dass er beim ersten Hören schon die simple Magie von Muddy Waters empfinden kann. Vieles funktioniert gerade bei der jüngeren Generation durch den Groove“, hat der rastlose Reisende in Sachen Blues heraus gefunden. „Mit drei Akkorden ist es nicht getan. Es geht um das Weglassen von Tönen, die richtige Platzierung, Timing, Sound, Ausdruck! Wenn man sich ein Slow- Blues-Solo von Derek Trucks anhört, dann weiß man, was man in diesem Leben vermutlich nicht mehr lernen wird“, lacht er bescheiden.

    Als großen Lehrmeister preist Freischlader vor allem Gary Moore (1952– 2011), dieser sei vor allem ehrlich und innovativ gewesen. „Das Wichtigste war die Leidenschaft für Musik, die Gary in mir entfacht hat. Vom Moment an, als ich ihn zum ersten Mal hörte, fühlte ich auf einmal einen tieferen Sinn. Meine Liebe zur Musik bekam einen Fokus und die vielen verschiedenen Instrumente und Klangerlebnisse der Vergangenheit wurden plötzlich zum Fundament für eine machbare Zukunft mit und durch die Musik. Ich habe begonnen, mich zu interessieren, mich begeistern zu lassen. Ich begann nach immer mehr Musik und Einflüssen zu suchen und selbst kreativ zu sein! Ich zitiere mal den bekannten Satz von Dali: ‚Wer nichts nachahmt, bringt nichts hervor.’ Ich habe Gary sehr viel zu verdanken und bin ihm zutiefst verbunden und absolut davon überzeugt, dass wir uns irgendwann in einer anderen Welt wiedersehen werden“, sagt der bekennende Christ. Zum Schluss muss natürlich noch eine ganz bestimmte Frage kommen: Wie viele Mützen nimmt Freischlader eigentlich mit auf Tournee? „Genug, um einen klaren Kopf zu behalten!“

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