Gov’t Mule: EIN ECHTES FEIERABENDWERK

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Gov’t Mule: EIN ECHTES FEIERABENDWERK

Das neue Album der grandiosen Gov’t Mule heißt HEAVY LOAD BLUES und bietet eine Überraschung, klingt doch die Musik darauf nicht nach dem von ihnen gewohnten Southern-Jam-Rock, sondern ist reiner Blues, wie Warren Haynes, der Sänger und Gitarrist des Quartetts, betont.

Haynes ging schon seit vielen Jahren mit dem Gedanken schwanger, irgendwann einmal eine solche Platte einzuspielen. „Ich hatte immer schon Lust dazu, wusste aber nicht, ob es ein Solo-Ding werden sollte, ob ich es mit ein, zwei anderen Leuten oder mit der Band machen würde. Schon deshalb hatte es noch bis letztes Jahr keine besonders große Priorität für mich. Zumal wir mit ständigen Tourneen ohnehin voll ausgelastet waren. Doch dann kam, wie allen anderen, auch uns die Pandemie dazwischen …“

Die ersten Wochen genoss er die viele Zeit, die er plötzlich im Kreise seiner Familie verbringen konnte. Dann begann er, neue Songs zu schreiben. Als er genügend beisammen hatte, kontaktierte er seine Band und man traf sich nach gewissenhaften COVID-Tests und -Impfungen erstmals wieder nicht nur über Zoom, um ein wenig auf die neuen Tracks zu jammen. Drummer Matt Abts, Keyboarder Danny Louis und Bassist Jorgen Carlsson waren begeistert von den Nummern und man beschloss, sie so bald wie möglich aufzunehmen. Da kam Haynes’ Ehefrau, Gov’t-Mule-Managerin Stefani Scamardo, der Einfall, dass sie im Zuge dieser Sessions doch auch noch das langdiskutierte Blueswerk machen könnten.

Die anderen Jungs stiegen voll darauf ein und auch der Bandleader selbst war nicht abgeneigt: „Wenn wir live auftreten, streuen wir, meist am Ende einer Show, ein paar Blues-Nummern ein. Irgendwer kam mit dem Vorschlag, es im Studio doch genauso zu machen. Also tagsüber an der Rock-Platte zu arbeiten und dann abends immer noch ein wenig Blues nachzuschieben; quasi zum Runterkommen am Feierabend“, schildert er den damaligen Gedankengang. „Ich fand die Idee total charmant. Allerdings bezweifelte ich, dass es mitten in der Pandemie mit all ihren Beschränkungen und Auflagen denkbar
wäre, sie zu realisieren“, berichtet Warren. „Schließlich bräuchten wir zwei komplett unterschiedliche Set-ups, um beide Platten parallel einzuspielen. Das betraf nicht nur die Instrumente, sondern auch die Technik – vom Gitarrenverstärker, über mein Mikro bis hin zum Mischpult. Jeden Tag das Studio zu wechseln wäre Wahnsinn gewesen.“

Doch dann fanden Gov’t Mule die Power Station Studios im verschlafenen Waterford, Connecticut: „Der Komplex hat zwei Aufnahmeräume direkt nebeneinander. Einen großen und einen sehr viel kleineren, der dank seiner Beleuchtung schon von vornherein ein wenig das Feeling eines Blues-Clubs simuliert“, lacht er. „Das war perfekt. Zusammen mit unserem Toningenieur bauten wir in Studio A alles für die Rock-Scheibe auf und machten das gleiche dann in B für das, was nun HEAVY LOAD BLUES geworden ist. Alles lief wunderbarerweise genau so, wie wir es uns vorher ausgemalt hatten. Ein echtes Novum in der Geschichte unserer Produktionen.“

Das erste Ergebnis dieser Arbeiten kommt dieser Tage auf den Markt. Enthalten sind zur Hälfte tolle neue Eigenkompositionen wie ›Hole In My Soul‹, ›Wake Up Dead‹ oder ›Love Is A Mean Old World‹, aber auch
grandiose Covers von Originalen von Idolen wie Howlin’ Wolf, Elmore James, Junior Wells, Ann Peebles, Bobby Bland oder Tom Waits und The Animals. Irgendwann in der ersten Hälfte 2022 soll dann das bisher noch unbetitelte Rock-Album folgen. „Mein Traum ist es, mit beiden Longplayern durch Europa zu touren. Wir würden unsere eigene Vorband sein. Wahrscheinlich zuerst mit einem Blues-Set und dann noch zwei bis drei Stunden Rock“, sagt er. Doch dann überlegt der Mann aus North Carolina kurz und fügt an: „Oder wir machen es andersherum. So wie im Studio …“

2 Kommentare

  1. Als Feierabend-Blues würde ich das vorliegende Album, die Tracks nicht unbedingt sehen wollen, denn der Blues ist bei
    den Jungs von Gov’t Mule ehe DAS musikalische Grundgerüst seit je her.
    Für eine ,, reine Blues-Produktion ,, war es meiner Meinung nach schon länger Zeit. Wer die Zwölf-Takt-Musik liebt kommt bei diesem Album voll auf seine Kosten, wie ich selbst, nur die gewohnten Gov’t Mule-Sounds dürften für viele Gov’t Mule-Fans fehlen. Gov’t Mule zelebrieren, huldigen dem Blues ihren musikalischen Wurzeln mit diesem Album. Eine Verneigung vor den Altvorderen, den Schöpfern des Blues, gespielt von exzellenten Musikern.

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