Blues-Boom: Lead Belly

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Blues-Boom: Lead Belly

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Baumwollpflücker, Blues-Pionier, Casanova, verurteilter Mörder und Urvater des Rock’n’Roll.

Lead Belly kam 1885 als Huddie Ledbetter in Mooringsport, Louisiana, auf die Welt, in der Nähe des Caddo-Sees, einem ruhigen Fleckchen weitab der funkelnden Lichter von Shreveport, der nächstgelegenen größeren Stadt. Seine Eltern waren Bauern, und allen Erzählungen zufolge war Huddie ein harter Bursche, der mehr Baumwolle als jeder andere pflücken konnte. Schnell wurde klar, dass er Frauen, Maisschnaps und Ärger in etwa gleichem Maße zugetan war.

Er hielt sich gerne im Rotlichtbezirk von Shreveport auf und hatte sich schon mit 16 einen beneidenswerten Ruf für seine sexuelle Leistungsfähigkeit erworben. Dort hörte er auch die Kneipenpianisten, deren „Laufender Bass“-Figuren später zum Markenzeichen seines eigenen, energischrhythmischen Stils wurden. Mit Mitte Zwanzig hatte Lead Belly die zwölfsaitige Gitarre gemeistert, sich mit Blind Lemon Jefferson zusammengetan und wurde zum regelmäßigen Performer bei Tanzabenden und Fischfesten der Region.

Doch bald kam er in Konflikt mit dem Gesetz. Nach einer Verurteilung für Körperverletzung verbrachte er ein Jahr im Gefängnis, aus dem er schließlich ausbrach. Daraufhin nahm er den Namen Walter Boyd an. Etwa zu der Zeit, als die USA in den Ersten Weltkrieg einstiegen, war Boyd mit zwei Freunden auf dem Weg zu einem Tanzfest. Nach einem Streit um ein Mädchen zog einer der Männer eine Pistole, doch bevor er sie benutzen konnte, schoss Boyd ihm in den Kopf. Sechs Monate später, 1918, wurde er zu 30
Jahren Haft verurteilt und landete im Shaw State Prison.

In einer bemerkenswerten Glückssträhne, die sein ganzes Leben zu charakterisieren schien, „schmeichelte“ er sich nach nur sieben Jahren frei, indem er einen Song über den Gefängnisdirektor Pat Neff schrieb. Mittlerweile hörte er auf den Spitznamen Lead Belly. Doch sein Temperament kam ihm erneut in die Quere und 1930 fand er sich ein weiteres Mal hinter Gittern wieder. Diesmal im Gefängnis von Angola, Lousiana, für versuchten Mord. Und unglaublicherweise sollte sich die Geschichte wiederholen. 1933 reiste John Lomax nach Angola, um die Lieder der Häftlinge für die Library Of Congress aufzunehmen. Einmal mehr sang Lead Belly einen reichlich schmeichelhaften Song über den Direktor und wurde im folgenden Jahr entlassen.


Ein bewegtes Leben also, doch seinen Platz in der Rockhistorie verdankt er seinem unglaublichen Repetoire, darunter Cowboy-Balladen wie ›Out On The Western Plain‹ (von Rory Gallagher gecovert), Interpretationen der alten englischen Ballade ›Gallows Pole‹ (die Led Zeppelin unsterblich machte), das
großartige ›Where Did You Sleep Last Night‹ (gecovert von Kurt Cobain) und ›Black Betty‹ (sehr effektiv von Ram Jam adaptiert). Sein letztes Konzert gab er 1949 in der Carnegie Hall. Im selben Jahr starb er im Alter von 61 Jahren.


Killer-Track: ›In The Pines‹

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