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    Barclay James Harvest – TAKING SOME TIME ON: THE PARLOPHONE-HARVEST YEARS (1968 – 1973)

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    Barclay James Harvest – TAKING SOME TIME ON: THE PARLOPHONE-HARVEST YEARS (1968 – 1973)

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    Barclay James HarvestFacettenreiches Frühwerk.

    Noch heute mag vielleicht manch einer ver­­kniffen das Mündchen verziehen, wenn die Sprache auf Barclay James Harvest kommt. Sicherlich, mit kitschigen Epen wie ›Child Of The Universe‹ und ›Hymn‹ mu­­tierten die Briten Ende der Sieb­­ziger zu Reizfiguren in einer von Punk und New Wave dominierten Zeit. Weniger bekannt als die Polydor-Ära ist der frühe Kreativ-Output des Quartetts auf EMIs Harvest-Label. Vier Original-Alben von 1970-72 mit diversen Single-Raritäten, Out-Takes sowie BBC Sessions aus gleicher Periode finden sich auf dem 5-CD-Set TAKING SOME TIME ON: THE PARLOPHONE-HARVEST YEARS (1968–1973). Die 69 Tracks dienen der Re­­habilitation. Mit facettenreichen Kompositionen lässt das im Juni 1970 erschienene Debüt BAR­­CLAY JAMES HARVEST aufhorchen. Pop-Hymnen wie ›Good Love Child‹, saftige Brass-Or­che­­s­­trationen auf ›When The World Was Woken‹, das mittelalterliche ›The Iron Maiden‹ und die – mit etlichen Tempo­­wech­­seln bestückte – Kako­­(sym)pho­­nie ›Dark Now My Sky‹ könnten stilistisch unterschiedlicher kaum sein. Ein Quantensprung gelingt dann 1971 mit dem betont offenen Kon­­zept des zweiten Al­­bums ONCE AGAIN: Von den Fuzz-Gitarren im Opener ›She Said‹ über den elegischen ›Song For The Dying‹ und das Lamento ›Ball And Chain‹ bis hin zum märchenhaft verwunschenen ›Galadriel‹ lassen Barclay James Harvest abermals eine klare, wenn auch variable Stillinie er­­kennen. Noch im gleichen Jahr folgt …AND OTHER SHORT STORIES. Auch hier regiert die Vielfalt. Den Ureinwohnern Nord­­amerikas gewidmet ist ›Me­­di­­cine Man‹. ›Blue John’s Blues‹ kann mit jedem besseren Gerry-Rafferty-Hit konkurrieren. Nur zwei Stücke, ›The Poet‹ und das apokalyptische ›After The Day‹, wuchten mit mächtigen Orche­­sterarrangements und Mello­­trongewabere. Relativ gleichförmig begeht das Ensemble indes den EMI-Vertragsauslauf. Ab­­gesehen vom Rock-Riff in ›Thank You‹, offeriert BABY JAMES HARVEST von 1972 nur Haus­­mannskost. Dass unterm Strich doch eine hohe Wertung rauskommt, liegt an den Bonustiteln: Ein Single-Mix von ›Medicine Man‹, die superben 45er ›I’m Over You‹, ›Child Of Man‹ und ›Rock And Roll Woman‹, sowie die unter Pseudonym Bombadil veröffentlichte Glam-Rock-Hymne ›Breathless‹ tönen ge­­gen jedes Barclay James Har­­vest-Klischee an.

    BARCLAY JAMES HARVEST: 7
    ONCE AGAIN: 8
    …AND OTHER SHORT STORIES: 9
    BABY JAMES HARVEST: 8

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