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Tom Jones – LONG LOST SUITCASE

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tom jonesIm letzten Teil der Trilogie übertrifft sich der „Tiger“ noch einmal selbst.

Über weite Strecken seiner 1963 gestarteten Karriere tummelte sich der stets auf Sexappeal getrimmte Waliser entweder im seichten Pop-Bereich oder auf der Las-Vegas-Showtreppe. Doch 2010 überraschte er mit PRAISE AND BLAME, dem ersten Teil einer erdig produzierten Roots-Trilogie in Sachen Blues, Soul, Folk, Country und Rock’n’Roll, 2012 folgte das ebenfalls von Ethan Johns (u.a. Kings Of Leon) produzierte SPIRIT IN THE ROOM. Mit dem finalen LONG LOST SUITCASE fährt der „Tiger“ einmal mehr seine nach wie vor scharfen Krallen aus, zeitgleich mit der Autobiografie „Over The Top And Back“ veröffentlicht, tragen die Songs dieselben Titel wie die Kapitel in den Lebenserinnerungen. Die Hommage an seine frühen Karrieretage startet ganz gemächlich im akustischen Country-Modus mit ›Oppor­tunity To Cry‹ und ›Honey, Honey‹. Mit antikem Analog-Equipment aufgenommen, klingen knackige R’n’B-Kracher wie Billy Boy Arnolds ›I Wish You Would‹, Albert Kings ›’Til My Back Ain’t Got No Bone‹ sowie ›Bring It On Home‹ von Sonny Boy Williamson II, als würde man noch immer 1963 schreiben. An Jones’ Jugendidol, späteren Freund und Weggefährten richtet sich die gespenstische Gospel-Hommage ›Elvis Presley Blues‹, gebettet in nichts als eine verzerrte Reverb-Gitarre. Rustikaler Southern-Country mit Slide-Gitarre dominiert sowohl das Tra­ditional ›He Was A Friend Of Mine‹ als auch das zusätzlich mit Fiddle verzierte ›Factory Girl‹, ursprünglich ein Folk-Original aus den Appalachen, das Jagger/Richards 1968 auf BEGGARS BANQUET als Eigenkomposition notiert hatten. Silberrücken Tom Jones lässt das Album enden, wie er es begonnen hat, indem er mit Hank Williams‘ ›Why Don’t You Love Me Like You Used To Do?‹, Lonnie Johnsons ›Tomorrow Night‹ und Buster Browns ›Raise The Ruckus‹ noch einmal trefflich die Country-Roots beschwört.

Tom Jones
LONG LOST SUITCASE
CAROLINE/UNIVERSAL
9/10

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