Rückblende: Sweet – ›Fox On The Run‹

RCA veröffentlichten diese neue Version von ›Fox On The Run‹ eilig, ohne Chinn und Chapman davon in Kenntnis zu setzen. Die bestiegen daraufhin sofort ein Flugzeug Richtung England. „Mikes Worte, ‚jetzt habt ihr es wohl endlich geschafft‘, waren das beste Kompliment, dass man mir hätte machen können“, sagt Scott heute lächelnd. Auf den folgenden Alben genossen Sweet diese neue Unabhängigkeit, und obwohl sie mehr Hardrock in ihren Sound einbrachten, landeten sie eine ganze Zeitlang noch weitere Hits. Frontmann Brian Connollys immer schlimmer werdende Alkoholsucht führte allerdings 1979 zu seiner Entlassung.

Nach seinem Tod 1997 und dem von Tucker 2002 gibt es nun zwei konkurrierende Line-ups von Sweet. Das von Steve Priest ist in den USA beheimatet, während Scotts Truppe in Europa immer noch neue Musik macht und live spielt. Scott hat oft seinen Wunsch geäußert, sich wieder auf die Hardrock-Wurzeln der Band zu besinnen, da passt es natürlich perfekt, dass Sweet als Special Guests von Ritchie Blackmore‘s Rainbow im Juni beim Stone Free Festival in London auftreten werden. Falls sie je die Absicht hatten, Songs wie ›Windy City‹ oder ›Yesterday‘s Rain‹ zu entmotten und ›Little Willy‹ und ›Wig Wam Bam‹ mal außen vor zu lassen, ist das sicher die perfekte Gelegenheit. „Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass wir das tun werden. Wir haben ohnehin zu viele Hits, um sie alle in 45 Minuten oder einer Stunde unterzubringen.“

Damals in den 70ern hatte Blackmore mit Sweet im Santa Monica Civic gejammt, wo sie eine zwei Meter große Penisattrappe hatten, die von der Decke schwang und Konfetti über das Publikum ejakulierte. Das wird diesmal aber wohl nicht passieren, oder? „Ich vermute nicht“, sagt Scott lachend. „Niemand weiß, wo dieser Riesenschwanz gelandet ist, nachdem wir damit fertig waren.“

›Fox On The Run‹ wurde unterdessen u.a. von den Red Hot Chili Peppers, Girlschool, Sweet Savage und den Scorpions (auf Deutsch!) gecovert. Und durch diverse Film­einsätze sind die Sweet-Singles heute wieder beliebter als seit Ewigkeiten. Letztes Jahr war ›The Ballroom Blitz‹ in „Suicide Squad“ zu hören, und dass ›Fox On The Run‹ im Trailer zu „Guardians Of The Galaxy Vol. 2“ vorkommt, hat es an die Spitze der amerikanischen iTunes-Rocksong-Charts katapultiert. „Die Zeiten ändern sich für Sweet, und ich bin begeistert davon, wie sich das auf die Auftritte auswirkt, die wir angeboten bekommen“, freut sich Scott abschließend.

3 KOMMENTARE

  1. Ich bin Baujahr `61 und kann mich noch gut an die Glam-Zeiten erinnern. Die „Sweet“ galten als „Weiberband“ und wurde damals beschmunzelt. Trotzdem wurde auf der Landschulwoche „Fox on run“ rauf und runter gespielt. Wenn ich heute „Sweet“ höre, schwelge ich in wehmütiger, nostalgischer Erinnerung.

  2. Damals hieß es entweder Sweet oder Suzy Quattro, wir Jungs standen natürlich wie eine 1 auf The Sweet mit Hits Blockbuster oder Stairways to the Stars.
    Doch Suzy Quattro war einfach eine heiße Rock Lady, die mit ihrer Band tollen Glam Rock zauberte. Irgendwie habeb sich all diese Bands aus unseren Leben geschlichen, womöglich wegen der Ankommenden Disco Neuzeit? Trotzdem bleibt diese Zeit Unvergessen aller 1960 Geborener! PS. Mit der Musik von heute und damals, sind Vergleiche unmöglich!

  3. Hallo Tom`z !

    Du hast auch die Bay City Rollers vergessen….gggg Wäre ja allgemein interessant, einen Bericht über die Glam-Scene der 70er zu bringen. „Sweet“, „T.Rex“ , „Gary Glitter“ „Slade“…….mit Abstrichen der „early Bowie“, sowie „Roxy Music“ die damals anfangs als Glam-Gruppen galten. Sei es, wie es sei….damals war halt die Musikszene meiner Meinung nach bunter. Und wie schon Tom`z schreibt: Suzie Quatro war Extraklasse. Aber auch nicht „Girlschool“ oder die „Runaways“ vergessen….

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