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    Rückblende: Buckcherry – Crazy Bitch

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    Rückblende: Buckcherry – Crazy Bitch

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    Buckcherry tarp sm @ PR BrownDer Legende nach ist ›Crazy Bitch‹ von Paris Hilton inspiriert. Stimmt aber nicht. Denn, wie Buckcherry-Gitarrist Keith Nelson erläutert, hat der Song überhaupt nichts mit der berühmt-berüchtigten Hotelerbin zu tun.

    Ich kann mir wirklich nicht erklären, wie ihr Name überhaupt in dem Zusammenhang aufgetaucht ist“, seufzt er – offensichtlich musste er das Gerücht schon so manches Mal dementieren. „Der Song entstand zu einer Zeit, als sich diese Internet-Sexvideos von Prominenten häuften. Aber eigentlich kam die Inspiration von diesen Mädels, die wohl jeder Rock’n’Roller nur zu gut kennt: im Bett eine Kanone, aber sonst die totale Katastrophe.“

    Geschrieben wurde der Song schon im Jahr 2002, vier Jahre, bevor er auf dem Album 15 erschien. „Eines Tages rief mich Josh Todd auf meinem Handy an und fing an, diesen Text zu singen. Er hoffte wohl, dass ich nicht rangehen würde, damit er ungestört auf meine Mailbox singen konnte. Mir fiel dazu gleich dieses coole Riff ein, und am nächsten Tag trafen wir uns und machten den Song dingfest. Er war wirklich in kürzester Zeit fertig, wie so oft bei richtig guten Sachen.“

    Zu dem Zeitpunkt, als der Song entstand, war es nicht gut bestellt um Buckcherry. Es sah so aus, als würde sich die Band bald trennen: Drei Mitglieder waren nach dem Release von TIMEBOMB im Jahr 2001 ausgestiegen, zudem standen Buckcherry damals ohne Plattenvertrag da.

    Doch im Nachhinein betrachtet entpuppte sich das sogar als Glücksfall. „Wir waren nur ein Duo“, erinnert sich Nelson. „kamen also ziemlich schnell mit dem Songwriting voran. Außerdem hatten wir kein Label im Nacken, das uns Tipps gab, was wir machen sollten.“ Innerhalb kürzester Zeit nahmen die beiden ein Demo auf. Das wanderte allerdings zunächst in die Schublade – und zwar so lange, bis die Band endlich ins Studio ging, um 15 aufzunehmen. „Wir haben uns schließlich entschlossen, auch ›Crazy Bitch‹ aufzunehmen. Zunächst waren wir nicht mal sicher, ob es der Song überhaupt aufs Album schafft. Letztendlich ist er doch drauf gelandet, und mittlerweile zählt das Stück neben ›Lit Up‹ zu unseren beliebtesten Stücken. Sex und Drogen, das funktioniert immer.“

    Amüsiert zeigt sich Nelson darüber, dass auch etliche Mädels an dem Song Gefallen finden. „Frauenfeindlich war das Stück ja nie, dennoch haben viele Leute den Song so interpretiert. Aber ich habe auch schon von vielen Frauen gehört, dass sie den Song lieben und sogar den Text auswendig können. Das ist wirklich erfreulich, denn das bedeutet, dass sie den Witz verstanden haben. Jeder, der denkt, wir wären Sexisten, sollte sich einfach mal mit einer der Damen unterhalten. Die haben es nämlich verstanden!“

    Dummerweise handelte sich die Band mit dem Videodreh zum Song ernsthafte juristische Probleme ein. Nelson erklärt den Sachverhalt so: „Damals hatten wir überhaupt keine Kohle. Also konnten wir das Video nur realisieren, indem wir ein paar Gefallen einforderten und mit Amateur-Schauspielerinnen drehten. Wir haben dann per MySpace Mädchen gesucht – und dabei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir nur Leute ab 18 nehmen. Als Belohnung durften die Mädels das Video auf ihren MySpace-Seiten einbinden. Wir mieteten den Key Club in L.A und richteten ihn wie einen Stripclub ein. Wir drehten das Video – eine Version für Erwachsene und eine jugendfreie –, und das war’s. Bis das Video im Fernsehen gespielt wurde.“ Da tauchte plötzlich eine der Darstellerinnen auf und behauptete, sie wäre zum Zeitpunkt des Drehs erst 16 Jahre alt gewesen. Was wiederum bedeutete, dass die Szenen, in denen sie mit einem Mädchen knutscht, Alkohol trinkt und anderen anzüglichen Kram macht, gesetzeswidrig waren. Prompt kam es zum Prozess.

    „Es war völlig lächerlich“, erbost sich Nelson. „Wir haben wirklich alles getan, um sicherzustellen, dass nur volljährige Mädels zum Dreh kommen. Und sie gibt zu, dass sie ihren Ausweis gefälscht hat, verklagt uns daraufhin und behauptet, wir hätten sie zu den Aufnahmen gezwungen! Aber irgendwie ist sie ja genau so eine ›Crazy Bitch‹ wie im Song, also hätten wir uns das eigentlich denken können, dass so etwas passiert.“ Mittlerweile ist die Sache jedoch geklärt.

    In den Staaten chartete ›Crazy Bitch‹ auf Platz 59 und brachte endlich den Ball ins Rollen, so dass sich das dazugehörige Album millionenfach verkaufte. Außerdem wurde ›Crazy Bitch‹ 2007 für einen Grammy in der Kategorie „Best Hard Rock Performance“ nominiert.

    „Mich wundert vor allem, wie etwas, das so einfach zu schreiben war, so wichtig für unsere Fans wurde“, lacht Nelson. „Ich schätze, das ist der Beweis für die alte Weisheit: Sex sells. Ich denke, der Song wird die Band überleben. Und ich kann mir kein cooleres Erbe für die Nachwelt vorstellen.“

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