Plattensammler: Jonathan Davis (Korn)

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Plattensammler: Jonathan Davis (Korn)

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Seit zweieinhalb Dekaden prägen die kalifornischen Heavy-Rocker von Korn nun schon mit Kultscheiben wie LIFE IS PEACHY oder UNTOUCHABLES die weltweite Musikszene. Wir baten Frontmann Jonathan Davis zum Vier-Augen-Gespräch über seine fünf Lieblingsplatten.

VARIOUS ARTISTS
JESUS CHRIST SUPERSTAR
1970

Ich liebe Musicals und würde sehr gerne selbst einmal in einer Broadway-Produktion mitspielen! Als Kind bin ich regelrecht in Theatern großgeworden. Mein Vater war als musikalischer Leiter und als Dirigent tätig. Er hat Stücke wie „A Chorus Line“, „Cats“ oder auch „Jesus Christ Superstar“ betreut, in dem auch meine Mutter mitspielte. Das Lustige an der Sache: Sie lernte dort einen neuen Mann kennen, mit dem sie später durchbrannte. Er spielte die Rolle des Judas – heute ist dieser Judas mein Stiefvater. Ich bin immer noch großer Fan von Songs wie ›Heaven On Their Minds‹ oder ›What’s The Buzz‹; sie haben absolut nichts von ihrer damaligen Faszination verloren.

BJÖRK
HOMOGENIC
1997

Dieses Album ist einfach unbeschreiblich. Ich habe zuhause eine ziemlich laute Anlage, auf der ich diese Scheibe manchmal höre. Alleine der Opener ›Hunter‹ zählt schon zum Besten, was die Popmusik jemals hervorgebracht hat. Ich habe dieses Album zum ersten Mal im Jahr seines Erscheinens gehört: Wir waren 1997 mit Korn auf der Lollapalooza-Festivaltour unterwegs, wo wir unseren ein Jahr zuvor erschienenen Longplayer LIFE IS PEACHY promoteten. HOMOGENIC lief immer zur Entspannung im Tourbus oder Backstage vor den Shows. Alles, was ich höre, hat unterbewusst einen Einfluss
auf meine eigene Musik. Ich bin sicher, dass mich auch Björk auf ihre Weise inspiriert hat.

MASSIVE ATTACK
MEZZANINE
1998

Ich hatte mich schon sehr auf die Show zum 20. Releasejubiläum in L.A. gefreut; leider mussten sie das Konzert verschieben. Ich liebe die besondere Atmosphäre der Scheibe, die sich schon ab dem Intro aufbaut. Spätestens bei ›Teardrop‹ hat man dann eine komplette Gänsehaut. Meine eigene Musik ist ja meistens ziemlich laut und aggressiv; bei zurückgelehnten TripHop-Sounds kann ich mich so richtig
entspannen und abschalten. Damit man mich nicht falsch versteht: Ich höre auch gerne Cannibal Corpse oder norwegischen Black Metal, wenn ich so richtig mies drauf bin und ein wenig Energie abbauen muss. Aber MEZZANINE ist einfach pure Schönheit.

DEAD CAN DANCE
THE SERPENT’S EGG
1988

Als Teenie hatte ich eine richtige Gothic-Phase, in der ich ausschließlich Grufti-Bands wie Christian Death, Specimen und Dead Can Dance gehört habe. Die Stimme ihrer Sängerin Lisa Gerrard ist nicht von dieser Welt. Sie singt wie ein Engel; ihr Stimmumfang ist unglaublich. Ich liebe die mittelalterliche, irgendwie geheimnisvolle Stimmung ihrer Songs. Vor meiner Musikerkarriere habe ich tatsächlich auf einem Friedhof gearbeitet und fühle mich auch heute noch zu allem Morbiden hingezogen. Ich habe mir ein Homestudio in einem alten Kino eingerichtet und werde oft erst nach Sonnenuntergang so richtig munter. Dieser Vampir-Lifestyle scheint mir irgendwie im Blut zu liegen …

BLACK LIGHT BURNS
CRUEL MELODY
2007

Die Band von meinem Limp-Bizkit-Kollegen Wes Borland. Ein völlig abgedrehtes Album, das er gemeinsam mit Nine-Inch-Nails-Member Danny Lohner aufgenommen hat. Darauf singt er sogar und spielt die meisten Instrumente selbst. Er ist ein guter Freund und ein echter Künstler. Wes beherrscht nicht nur seine Gitarre, er malt auch und schmiedet in seiner Freizeit echte Kampfschwerter. Wir haben uns schon bei unserem ersten Treffen vor einer gefühlten Ewigkeit blind verstanden. Freaks wie wir erkennen sich irgendwie gegenseitig. Das ging mir auch so, als ich Marilyn Manson zum ersten Mal traf. Es scheint wohl so eine Art unterbewusste Verbindung zwischen uns zu geben.

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