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Jon Spencer Blues Explosion

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Jon Spencer Blues Explosion

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jon-spencer-blues-explosion-quotmeat-and-bonequot-3521Mit Fleischeslust zurück aufs Fahrrad.

Was sind schon acht Jahre? Auch in diesen schnellebigen Zeiten wohl nicht viel, wenn man Jon Spencer heißt. So viel Zeit ist nämlich verstrichen seit dem letzten Album seiner Blues Explosion, doch gespürt hat er davon wenig, als es wieder daran ging, Konzerthallen unsicher zu machen und eine neue Platte aufzunehmen, zumindest im negativen Sinne. „Nein, das war überhaupt kein Problem“, berichtet Jon. „Es ist wie mit dem Fahrradfahren. Wir kommen zusammen, nehmen unsere Instrumente in die Hand und legen los.“

In positiver Hinsicht dagegen haben diese acht Jahre sehr viel bewirkt. „Nach der letzten Platte waren wir lang auf Tour und wollten einfach mal Pause machen und durchatmen. Außerdem waren wir an einem Punkt angekommen, wo es manchmal einfach keinen Spaß mehr machte. Wenn man 14 Jahre hart gearbeitet hat, ist das vielleicht unvermeidlich. Zusätzlich machte uns die Plattenfirma Druck, man fragte uns, wann wir endlich mal ein richtiges Hitalbum abliefern. Aber wir wollten noch nie nach der Pfeife eines Labels tanzen. Jetzt ist es aber toll, den ganzen Mist hinter uns gelassen zu haben und wieder im Sattel zu sitzen.“

Der sehr unterhaltsame Beleg für diese neugewonne Freude am Musizieren ist das neue Album MEAT+BONE, auf dem sämtliche Tugenden der New Yorker perfekt zur Geltung gebracht werden: markig polternde Rhythmen, derbe Gitarrenbreitseiten, dreckige Dynamik und ein besessen geifernder Zeremonienmeister am Mikro, der noch genauso hungrig ist wie in den 90ern, als die Band jahrein, jahraus als ultraheißer Insidertipp die mittelgroßen Hallen rund um den Globus füllte, den großen Durchbruch aber verpasste. „Manchmal wurden wir schon neidisch, wenn andere Bands, denen wir überlegen waren, so viel Geld scheffelten. Und ich denke bis heute, dass wir den meisten unserer Zeitgenossen meilenweit voraus waren. Aber ich beschwere mich nicht. Ich mache das ja nicht, weil ich Teil einer Industrie sein möchte, sondern weil ich es liebe. Und wir waren nun mal schon immer etwas schräger, experimenteller, mehr Punk.“

Die Dinge genauso so zu tun, wie man es will, war auch die Schlüsselerfahrung bei der Entstehung von MEAT+BONE. „Wir haben alles komplett selbst finanziert, niemand hat uns reingeredet oder über die Schulter geschaut. Das war eine tolle Erfahrung.“ Und hoffentlich nicht die Letzte, woran auch der Maestro keinen Zweifel lässt: „Ich glaube an die Jon Spencer Blues Explosion!“ Da ist er nicht allein.

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