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Humble Pie: Der Strudel des Erfolgs

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Humble Pie: Der Strudel des Erfolgs

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ABRUPTER FALL

Clem Clempson (ehemals Colosseum) ersetzt Frampton und spielt nach dem Release von PERFORMANCE – ROCKIN’ THE FILLMORE das fünfte, wesentlich härtere Album SMOKIN’ ein. „Ich habe lange gedacht, dass es die schlechteste Entscheidung meiner Karriere war, diesen Job anzunehmen“, berichtet der 61-jährige Clempson heute lachend. „Aber dann bin ich auf der Humble Pie-Reuniontour in England im Vorprogramm aufgetreten. Die Jungs standen die ganze Zeit am Bühnenrand und haben Furzgeräusche gemacht. Es war wirklich witzig. Außerdem habe ich mich gerächt, indem ich ›Shine On‹ gespielt habe. Vor ihrem Auftritt. Das war wirklich eine ziemlich bizarre, aber interessante Tour.“

Doch das kann Clempson 1971 noch nicht ahnen. Er ist froh, nach dem Aus von Colosseum direkt wieder eine neue Beschäftigung zu haben – zumal bei einer großen Band. Er ahnt nicht, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, denn Steve Marriott gerät völlig außer Kontrolle. „Peter war das Gegenstück zu Steve“, setzt Jerry Shirley zu einer Erklärung an, warum die Sache allmählich aus dem Ruder läuft.

„Als das plötzlich fehlte, ging gar nichts mehr. Es ist nicht so, dass Marriott keine Lust mehr gehabt hätte. Nein, er gab alles. Aber wir haben uns nicht die Mühe gemacht, Humble Pie als Band neu zu formieren. Stattdessen feierten wir lautstark die Nächte durch. Ein Exzess jagte den nächsten. Vor allem Steves Stimmungsschwankungen waren unerträglich. In der einen Sekunde wütete er ohne Gnade, dann war er plötzlich der netteste Mensch, den man sich vorstellen kann. Zudem übertrieben wir es auch mit dem Alkohol. Steve trank zwar nicht so viel wie Greg und ich, tankte aber dennoch ordentlich was weg. Marihuana war komplett out. Und einige Monate, nachdem Clem zu uns stieß, gewann Steves dunkle Seite schließlich vollends die Oberhand. Zuvor hatten wir gelegentlich Speed und später auch Mandrax am Start, doch dann übernahm erst Crystal Meth und schließlich Kokain das Regiment. Wir rutschten mehr und mehr ab.

Da Steve sich aber nach wie vor den Arsch abarbeitete, und zwar vor allem auf Tour, bemerkte ich das nicht. Ich glaubte immer fest daran, dass ein Mensch mit einem derartigen Talent sich schon irgendwann wieder fangen würde. Doch ich habe mich getäuscht. Es war nur der Anfang eines langen, langen Wegs, der ihn schließlich direkt in den Abgrund geführt hat.“

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