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    Dr. Feelgood – TAKING NO PRISONERS (WITH GYPIE 1977 – 1981)

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    Dr. Feelgood – TAKING NO PRISONERS (WITH GYPIE 1977 – 1981)

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    dr. feelgoodZwar ohne Wilko, aber mit Gypie: finaler Teil der EMI-Werkschau.

    Quo vadis?“, fragen sich die restlichen drei Mitglieder von Dr. Feelgood 1977 ratlos, als ausgerechnet zur Geburtsstunde des britischen Punk Gitarrist Wilko Johnson, der nicht nur als Komponist, sondern auch als Bandmotor und charismatischer Frontmann für den Karriereauftrieb verantwortlich gezeichnet hatte, die Scheidung einreicht. Der Grund: Dauerquerelen mit Sänger Lee Brilleaux. Nach längerem Hin und Her findet sich Ersatz in Person des ebenfalls talentierten John „Gypie“ Mayo. Doch Mayo besitzt weder die dämonische Ausstrahlung, noch das exquisite Hithändchen Johnsons. Nichtsdestotrotz macht Groß-britanniens Pub-Rock-Speerspitze aus Canvey Island unverdrossen weiter. Aber nicht nur der Gitarristenwechsel schafft Dr. Feelgood Probleme. Englands Punkelite prescht gerade mit drei Akkorden, jeder Menge Wut im Bauch und plakativen Slogans in jenes Feld vor, das bislang Lee Brilleaux und Co. vorbehalten war: Kantiger Roots Rock und R & B. Dennoch gelingt der Anschluss, wie die 97 Tracks auf der 4-CD-Box TAKING NO PRISONERS (WITH GYPIE 1977 – 1981) untermauern. John „Gypie“ Mayo gibt seinen Einstand auf Nick Lowes Produktion BE SEEING YOU. Nicht nur der von einer Catchphrase bestimmte Albumtitel, auch der einheitliche Look der Band in schwarzen Sakkos demonstriert zumindest für Eingeweihte die Quelle der Inspiration: die britische TV-Kultserie „The Prisoner“. Musikalisch setzt die Zwölf-Song-Mixtur aus Selbstverfasstem und Coverversionen (u.a. von Johnny „Guitar“ Watson, Wilson Pickett) von BE SEEING YOU dort an, wo der Vorgänger SNEAKIN’ SUSPICION endete. Mit ›She’s A Wind Up‹ gelingt gar ein moderater Hit. Noch besser fährt 1978 das von Richard Gottehrer beaufsichtigte PRIVATE PRACTICE mit dem Top-10-Chartrenner ›Milk And Alcohol‹. Zu Nebenschauplätzen geraten die weiteren Alben mit John „Gypie“ Mayo: AS IT HAPPENS von 1979 wie auch ON THE JOB von 1981 können als Konzertmitschnitte nicht an das noch mit Johnson eingespielte Live-Debüt STUPIDITY. LET IT ROLL anknüpfen. A CASE OF THE SHAKES, abermals mit Nick Lowe an den Klangreglern und 1980 das letzte Studiowerk für EMI, läuft wie gewohnt auf Hochtouren – jedoch ohne nennenswerte Signifikanz. Schlicht fabelhaft ist allerdings die randvoll gefüllte DVD mit Videoraritäten: BBC-Mitschnitte, Promoclips und Interviews informieren unterhaltsam über den Werdegang der einst so hoffnungsvoll gestarteten Doktoren.

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