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    Death Cab For Cutie

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    Death Cab For Cutie

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    Death Cab For Cutie 2011a @ Danny ClinchKinder des Grunge

    Als Teenager war Ben Gibbard Zeitzeuge der Grunge-Explosion. Heute ist der 34-jährige ein erfolgreicher Sänger und Gitarrist, wohnt mit einem Hollywood-Star unter der Sonne Kaliforniens und singt die Nationalhymne bei Baseballspielen – wenn man ihn lässt.

    Er ist das, was man einen gemachten Mann nennt: Mitte 30, mit dem gut gefüllten Bankkonto von mehreren Millionen verkaufter Alben, einem schicken Häuschen in Los Feliz, das er sich mit Filmstar-Gattin Zooey Deschanel („Per Anhalter durch die Galaxis“) teilt, regelmäßigen Soundtrack-Engagements zu Blockbustern wie „Twilight“ oder (aktuell) „Arthur“, sowie Auftritten bei den Heimspielen seines Lieblings-Baseballvereins, den San Francisco Giants, bei denen er die Nationalhymne schmettert. „Ich bin so glücklich wie nie zuvor in meinem Leben, und das gebe ich offen zu. Ich erlebe viele wunderbare Sachen, mit denen ich nie gerechnet hätte“, so der baumlange, blasse Schlacks in Karohemd und Jeans.

    Was sich – natürlich – auch in seiner Musik niederschlägt, nämlich auf dem siebten Album CODES AND KEYS. Ein Werk, bei dem Gibbards Quartett zum ersten Mal Keyboards, Klavier und Streicher einsetzt, sich an grenzenlos optimistischen Texten vergeht und den nerdigen Indie-Rock vergangener Tage mit Annäherungen an Brian Eno, Radiohead und Pink Floyd versieht. „Das Problem ist nur, dass uns viele Fans diese Entwicklung scheinbar nicht zugestehen. Sie wollen, dass wir für immer die kleine Studentenband aus Bellingham bleiben und vor 200 Leuten in irgendwelchen Bars spielen. Aber weißt du was: Darauf habe ich keine Lust mehr. Ich will von meiner Musik leben und in einem vernünftigen Bett schlafen können. Wer das als Ausverkauf erachtet, der soll gefälligst woanders hingehen.“

    Eine Reaktion, die von einem wunden Punkt hinter der fast schon erschreckend netten Fassade des Sängers/Gitarristen zeugt. Aus gutem Grund: Death Cab For Cutie (ein Song der Bonzo Dog Doo-Dah Band von 1967) sind bereits seit sieben Jahren bei einem Major unter Vertrag, haben mit ihren letzten zwei Alben (zumindest in den USA) Gold und Platin eingeheimst, die Top Ten der Billboard-Charts geknackt und füllen längst Mehrzweckhallen nebst Amphitheater. Und doch: Ihr Publikum verfolgt diese Entwicklung mit Skepsis. Weshalb sich Gibbard lange bei und mit Nebenprojekten wie The Postal Service, All-Time Quarterback, Pinwheel und Dntel ausgetobt hat: „Prinzipiell spiele ich mit jedem, der mir eine spannende Alternative zu Death Cab aufzeigt – zumindest in der Zeit, in der wir als Band nicht aktiv sind. Und das ist sehr wichtig, um einfach mal auszubrechen, etwas komplett anderes zu machen, um dann mit frischen Ideen zurückzukehren.“

    Wobei Gibbard für die Zukunft auch nichts gegen eine Kollaboration mit Gitarren-Koryphäen wie etwa Peter Buck (REM), The Edge (U2) oder Dough Martsch (Built To Spill) einzuwenden hätte. „Das sind die Helden meiner Jugend, die mich erst dazu gebracht haben, eine Gitarre in die Hand zu nehmen. Sie waren keine Shredder und auch keine fürchterlichen Poser wie Cinderella oder Poison, sondern richtige Musiker, die alles für den Song an sich getan haben, nicht nur für ihr Ego.“ Wozu Gibbard – als echtes Kind des Grunge – natürlich auch Alice In Chains, Pearl Jam, Soundgarden und Nirvana zählt. „Das waren die Bands, mit denen ich aufgewachsen bin und deren Konzerte ich mir als Teenager angeschaut habe. Was soll ich sagen? Sie waren toll, und ihre Platten haben bis heute nichts von ihrer früheren Faszination verloren. NEVERMIND höre ich immer noch gerne – es ist einfach ein umwerfendes Album. Unfassbar, dass es schon 20 Jahre alt ist. Aber hey: Ich hoffe, dass die Leute in Zukunft genauso über unsere Songs reden werden. Das ist mein größter Wunsch.“ Wie bescheiden…

    Marcel Anders

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