Country-Herbst: Sam Outlaw, Doug Seegers, Ashley McBryde u.v.m.!

Interview mit Sam Outlaw: „Ich passe nicht komplett ins Nashville-System“

Bringt es dein Nachname auf den Punkt? Bist du gewissermaßen ein „Outlaw“?
Outlaw ist der Mädchenname meiner Mutter und ich bin stolz darauf, diesen Teil meiner Familie zu repräsentieren. Ich schreibe und performe Songs mit meiner eigenen Stimme und aus meiner eigenen Perspektive heraus, aber ich würde mich deshalb nicht als Outlaw bezeichnen. Vielleicht bin ich ein Außenseiter, weil ich meine Karriere in Los Angeles begonnen habe und deswegen irgendwie nicht komplett ins Nashville-System passe. Meine Musik hat sicherlich Gemeinsamkeiten mit dem klassischen „Outlaw-Country“-Genre der 70er Jahre, trotzdem sehe ich mich hauptsächlich als Songwriter. Kommerzieller Erfolg wäre natürlich schön, jedoch messe ich Erfolg nicht nur daran. Ich liebe das Handwerk und die Kunst des Schreibens und des Auftretens.

Wo würdest du dich selbst in der Country-Szene positionieren?
In der Americana-Szene konnte ich mir schon einen kleinen Namen machen, das ist quasi die Untergrund-Country-Szene hier in den Staaten. Im kommerziellen Bereich bin ich aber komplett unbekannt. Ich bin ein unabhängiger Singer-Songwriter, der einfach nur seine Frau und zwei Jungs ernähren will. Ich liebe es, live aufzutreten und falls sich irgendwelche größeren Gelegenheiten auftun, werde ich diese nur allzu gerne erkunden. Vor kurzem habe ich angefangen, mit professionellen Songschreibern in Nashville zusammen zu arbeiten, was mir sehr gut gefallen hat. Ich durfte auch schon das Album eines Kollegen produzieren, was mir wirklich Spaß gemacht hat.

Welches Gefühl verbindest du vordergründig mit deinem sogenannten SoCal-Country?
Ich umschreibe meinen Sound so, weil mein Aufwachsen in South California eine gewisses Distinktionsmoment in selbigen eingeflochten hat. Ich unterscheide mich dadurch leicht von Country-Sängern aus Texas und Tennessee. Ich mische ein wenig Mariachi und Troubadour-Ähnliches mit meiner Singer-Songwriter-Musik, Honky Tonk und Soft Rock. Außerdem bin ich mit Western Swing aufgewachsen, deswegen ist auch das ein großer Einfluss für mich. Asleep At The Wheel, die Musik von Bob Willis, James Tayler und Chicago and Bread lieferten den Soundtrack meines Lebens dar.

Wie schaffst du es, immer noch eine gewisse Tiefe in deine Texte zu erreichen?
Wenn ein Song ehrlich ist, dann kann auch der einfachste Ausdruck von Emotionen tief gehen. Ich bin dankbar, dass sich mein Leben in den letzten Jahren so viel verändert hat. Die Erfahrung, verheiratet zu sein, wechselnde Karrieren, das Touren, zwei Kinder zu haben und nach Nashville zu ziehen, all diese Ereignisse haben mich mit genügend Gelegenheiten erfüllt, eine große Bandbreite an menschlichen Gefühlen zu erleben. Immer und immer wieder. Gott bzw. das Universum spricht immer zu uns, wenn wir nur offen sind.

Du hast ja letztes Jahr bereits ein Deutschland-Konzert in Köln gegeben: Wie sehen deine Erfahrungen zu diesem Gig aus?
Ich habe die Show wirklich genossen. Der Promoter und das Personal vor Ort waren sehr bedacht und höflich, das Publikum mehr als großzügig. Ein Großteil meiner Vorfahren ist deutsch, deswegen empfinde ich eine starke Verbindung zu den wundervollen Menschen dort. Außerdem wollte ich schon lange einmal so tolle Städte wie München oder Berlin besuchen.

Wie fühlt es sich an, in einem Land wie Deutschland zu spielen, wo Country eher eine schmale Nische besetzt.
Irgendwie bevorzuge ich die Erfahrung, einen Musikstil an einen Ort zu tragen, der nicht unbedingt historisch damit verknüpft ist. Beispielsweise wurde ich mal vom Publikum in Gruene Hall in New Braunfels, Texas komplett ignoriert und das, obwohl dieser Ort bekannt dafür ist, Country-Künstler wie George Strait bekannt gemacht zu haben. Das Publikum in Skandinavien hingegen erwies sich als total unterstützend und liebevoll. Außerdem ist es vielleicht interessant zu erwähnen, dass einige Wurzeln der mexikanischen Mariachi-Musik bis nach Deutschland reichen. Die unterschiedlichen Verbindungsarten zwischen Musik und Musikern sind also schier unendlich. Ich habe echtes Glück, vor jedem spielen zu dürfen, der mir zuhören will.

Auf der kommenden Seite gibt es alle Termine und Shows unseres Country-Herbstes aufgelistet…

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here