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    My Bloody Valentine – EP’s 1988 1991/ISN’T ANYTHING?/LOVELESS

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    My Bloody Valentine – EP’s 1988 1991/ISN’T ANYTHING?/LOVELESS

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    LOVELESS SONOPRESS_POCKETPAC_6PP_UP1201161.inddExperimentelles zwischen Größenwahn, Meilenstein und Insolvenz.

    Bei der irisch-britischen For-mation passt einfach alles – sogar das Eckige ins Runde: Vom genialen Bandnamen nach dem gleichnamigen Kinoklassiker über die sagenumwobene Gründung in Irland mit Umsiedlung nach London bis hin zum mysteriösen Verbleib. Jede Menge Gerüchte und Mutmaßungen – der ideale Stoff für Rock-mythen. Vor allem aber bleibt das zum Teil strapaziöse wie ureigene Klang-konzept aus kontrollierter Verzerrung, verschwommenen Slide-Gitarren-Loops, vereiertem Pitchcontrol, monströsem Digitalhall und überirdischem Sirenengesang haften. Doch ohne Alan McGee, Labelchef von Creation, wäre der Werdegang von My Bloody Valentine – im Guten, wie im Schlechten – sicherlich ganz anders verlaufen. Bei einem Auftritt im Vorprogramm von McGees Band Biff Bang Pow! geraten beide Parteien im sprichwörtlichen wie auch übertragenen Sinne erstmals aneinander. McGee nimmt das Gitarren/Vokal-Doppel Kevin Shields und Bilinda Jane Butcher sowie Bassistin Debbie Googe und Schlagzeuger Colm Ó Cíosóig unter Vertrag. Er finanziert von 1988 an diverse EPs sowie zwei Alben, die im Mittelpunkt einer dreiteiligen Werkschau stehen: EP’s 1988 1991 kompiliert auf zwei Scheiben insgesamt 24 Songs rund um das Triumvirat ›You Made Me Realise‹, ›Glider‹ und ›Tremolo‹, die Single ›Feed Me With Your Kiss‹ sowie rares und unveröffentlichtes Material: Kraut- und Noise-Rock-Experimente in einer auf Rave und Acid House geeichten Ära. Hypnotisches Gitarrengedröhn, manisches Stakkatogetrommel und monotone Mantras in sphärischen Vokaleinsätzen machen ISN’T ANYTHING 1988 zum Manifestversuch, für das die Welt noch nicht Reif scheint. ›Soft As Snow (But Warm Inside)‹ oder ›Several Girls Galore‹ lassen die Kollegen von Jesus And Mary Chain wie artige Chorknaben erscheinen. LOVELESS, in der Neufassung in gleich doppelter Ausfertigung remastert, entwickelt sich mit leicht geglättetem Konzept drei Jahre später mit Ohrwürmern wie ›Soon‹ und ›Only Shallow‹ zum Kultfavoriten. 19 Studios, unzählige Tontechniker, übernächtigte Wochen und Monate, angeblich 250.000 Pfund Pro-duktionskosten sowie Tobsuchtsanfälle McGees aufgrund von Creations drohender Insolvenz verbraucht der Meilenstein – die Verkaufszahlen bleiben aber hinter den Erwartungen zurück. Danach kühlt das Verhältnis zu McGee merklich ab. Derweil entwickelt Kevin Shields kauzige Züge im Stile von Syd Barrett. Seither versuchen My Bloody Valentine, die sich 1997 trennten und zehn Jahre später reformierten, vergeblich einen Nachfolger zu produzieren.

    EP’s 1988 1991 6
    ISN’T ANYTHING? 8
    LOVELESS 10

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