Mehr

    Alice Cooper: München, Zenith

    -

    Alice Cooper: München, Zenith

    - Advertisment -

    Cooper, Alice - Welcome 2 My Nightmare - Press Shot 2Der schwarze Mann kehrt zurück: mit tödlicher Theatralik – und Tarja.

    Wenn Mr. Cooper die bayerische Landes­hauptstadt beehrt, ist das immer ein guter Grund, die gesparten Euronen in ein Ticket zu investieren. Das zumindest denken sich die rund 3.000 Besucher, die sich schon frühzeitig vor dem Zenith im Münchener Norden einfinden, um einen der größten Entertainer der harten Musik zu bewundern. Bevor der Altmeister des Horrors allerdings seine Kunst präsentieren kann, bekommen die Heavy-Rocker Straight Frank die Gelegenheit, ihre Musik den im Auditorium wartenden Fans vorzustellen. Die Schweden, die heute als Ersatz für Eisbrecher fun­gieren, vertun die Chance jedoch. Das liegt mitunter allerdings auch am breiigen Sound, mit dem die Combo zu kämpfen hat. So rauscht der Auftritt der Skandinavier ohne große Regungen beim Publikum vorbei. Lediglich ›Misery‹ sorgt für etwas Bewegung, sodass Straight Frank sich wenigstens über eine Buchung auf der Habenseite des Höflichkeitsapplaus-Kontos freuen können.

    Nach 20 Minuten räumen die Jungs das Feld, und es wird Zeit, die Live-Qualitäten der ehemaligen Nightwish-Frontlady Tarja Turunen zu begutachten. Die Finnin hat viele neue Songs im Gepäck, denn sie konzentriert sich während ihrer einstündigen Spielzeit hauptsächlich auf das Material des aktuellen Albums WHAT LIES BENEATH. Die rockigen Gothic­-Nummern treffen zwar großteils ins Schwarze, dennoch sind es die alten Nightwish-Klassiker – ›Nemo‹ und ›Over The Hills And Far Away‹ –, die Tarja den meisten Jubel einbringen. ›I Walk Alone‹ beendet den Auf-tritt der Rockerin, die mit dem Versprechen einer baldigen Rückkehr die Bühne verlässt: Im Mai wird es so weit sein – zwischen dem 3.5. und 20.5. tourt Tarja als Headlinerin durch das CLASSIC ROCK-Land.

    Doch nun ist es erst einmal Zeit für die Show von Alice Cooper. Schon während der Umbaupause geht es rund – was sich allerdings nur anhand der Geräusche feststellen lässt: Ein Blick auf das Geschehen wird von einem überdimensionalen Vorhang mit dem Konterfei des Meisters verhindert. Eine knappe halbe Stunde später ist es so weit: Licht aus, der Stoff fällt, und mit den Klängen von ›School’s Out‹ beginnt die 90-minütige Horrorshow der Rock-Ikone. Passend zum Namen der neuen Live-CD/-DVD THEATRE OF DEATH darf der Chef des Öfteren sein Leben aushauchen: Zwischen ›Ballad Of Dwight Fry‹ und ›Go To Hell‹ trägt dafür Madame Guillotine die Verantwortung, bei ›Poison‹ wird ihm mittels einer übergroßen Spritze ein Extrem-Pier­cing verpasst, bevor er nach ›Be My Lover‹ am Galgen baumelt und sich zu ›I Love The Dead‹ in die „Eiserne Jungfrau“ stecken lässt.

    Alice Cooper präsentiert den Anhängern eine aufregende ­Mischung seiner Hits, perfekt untermalt mit einer derb-lustigen Bühnenshow voller Bombast, die der Boss und seine Band mit einer erneuten Wiedergabe von ›School’s Out‹ beenden. Und entsprechend selig grinsen die junggebliebenen Fans auch, als sie von Alice Cooper in die kalte Münchener Nacht entlassen werden.

    Vorheriger ArtikelSteven Wilson
    Nächster ArtikelOceansize: Hamburg, Logo

    Kommentieren Sie den Artikel

    Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
    Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

    Das Neueste

    Meat Loaf: Über Eigenheiten, Erfolg und Erfahrungen

    Von Urin als Wundermittel gegen Stimmverlust hält Meat Loaf ebenso wenig wie von Menschen, die Flaschen auf Musikerinnen werfen....

    Video der Woche: Robert Palmer mit ›Addicted To Love‹

    In Gedenken an Robert Palmer, der heute vor 17 Jahren in Paris verstorben ist, blicken wir zurück...

    Rückblende: Roxy Music – ›Virginia Plain‹

    Es brach alle geltenden Regeln, was eine Hitsingle ausmacht, doch dieses Lied über das Gemälde einer Zigarettenschachtel – einer...

    Album des Lebens: AC/DC – BALLBREAKER

    In der Rubrik "Album des Lebens" stellen unsere CLASSIC ROCK-Autoren die Platte vor, die ihr Leben für immer verändert...
    - Werbung -

    Rock-Jahrbuch: Das Achterbahnjahr 1980

    Für manche Rocker kommt das Jahr 1980 dem Einzug ins Paradies gleich – für andere ist es das furchtbarste...

    Led Zeppelin: John Bonham – Seine letzten Tage

    John Bonham hat nicht einfach nur getrommelt: Er konnnte Led Zeppelin Durchschlagskraft ver­leihen. Daher war nach seinem Tod rasch...

    Pflichtlektüre

    Genesis: Filmfestival auf Youtube

    Um die Ausgangsbegrenzungen etwas erträglicher zu machen, haben Genesis...

    Scotty Moore: Rest In Peace

    Scotty Moore, der erste Gitarrist von Elvis Presley und...
    - Advertisement -

    Das könnte dir auch gefallenÄHNLICH
    Für dich empfohlen