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CHRISTONE „KINGFISH“ INGRAM: Von der Transformation des Blues nach der Zeitenwende …

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CHRISTONE „KINGFISH“ INGRAM: Von der Transformation des Blues nach der Zeitenwende …

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Der Schwenk in ein neues Jahrtausend ist nun auch schon 25 Jahre her, aber gerade in den letzten Jahren seit der Pandemie hat sich populäre Musik so fundamental verändert wie selten zuvor. Was jedoch den Blues als Musikgenre angeht: eher nicht. Der steht nach wie vor wie eine alte Eiche im Wald, setzt höchstens Jahresringe an, aber ragt ansonsten nicht heraus wie manch neue musikalische Schösslinge rundherum. HARD ROAD, das aktuelle Werk des gerade mal 25-jährigen US-Bluesers Christone „Kingfish“ Ingram, fällt nun auf durch seine Vielschichtigkeit und emotionale Songs abseits der zehn Gebote des Blues, die Seitensprünge strikt untersagen.

Überall wird gerade viel von Transformation geredet und seit der Zeitenwende hat sich vor allem das Verständnis von Gut und Böse und von Lüge und Wahrheit oft fatal ins Gegenteil verkehrt, durch neue Erfindungen und den Klimawandel muss jeder Stein umgedreht werden, neue Lösungen müssen her und manch alte Gewohnheit wandert auf den Müll. Was den Blues betrifft, ist das gerade erschienene Album von Christone Ingram ein schönes Beispiel dafür, dass man auch im guten alten Mississippi-Blues mal ein paar Türchen aufmachen kann, um durchzulüften. Auf HARD ROAD weht ein frischer Wind durch eindringlichen Soul und modernen R&B, der selbst für junge Millenials superinteressant sein könnte. Ingram ist gerade mal 25 Jahre alt und hat bereits Grammys im Schrank stehen, ruht sich aber keinesfalls aus auf den Lorbeeren. Vielmehr hat er vor der Platte mal einen Realitätscheck gemacht und neue Impulse für seine Lieder aufgenommen. „Ich habe den ganzen Ruhm der letzten Jahre reflektiert, aber auch Herzschmerz, Beziehungen und Liebe in die Songs genommen. Ich habe gelernt, andere Menschen mit noch mehr Einfühlungsvermögen zu betrachten und besser zu verstehen. Ich bin auch etwas geerdeter und versuche, auf Tour kreativer zu sein. Das hat mein Songwriting und die Art, live zu spielen, verändert.“

Christone kommt aus Clarksdale/Mississippi. Früh schon sagte seine Oma zu ihm, er habe eine „alte Seele“. Als er dann Gleichaltrigen nicht immer wirklich folgen wollte, verstand er erst, was sie damit gemeint hatte. Seinen Spitznamen „Kingfish“ hat er von einem der Älteren aus seinem Blues-Umfeld, Bill „Howl-N-Madd“ Perry, bekommen. Kingf ish ist eine Figur aus „Amos ’n’ Andy“ einer beliebten Radio-Comedy aus den 50ern, die im schwarzen Umfeld spielte. Bereits mit acht Jahren nahm er Gitarrenunterricht in der Musikschule des Delta Blues Museum in Clarksdale. Eines Tages besuchte die damalige Präsidentschaftsgattin Michelle Obama die Einrichtung. Einige Zeit später bekamen sie alle eine Einladung ins Weiße Haus und der Museumsdirektor durfte ein Preisgeld von 10.000 $ mit nach Hause nehmen. „Das ist eine Geschichte, die man später mal seinen Enkeln erzählen kann: dass wir als Schülerband ins Weiße Haus eingeladen, durch diese ganzen Sicherheitskontrollen geführt wurden und in einem dieser berühmten Konferenzräume ›Sweet Home Chicago‹ als Hommage an Michelle Obama gespielt haben. Wir wurden alle von der First Lady ganz herzlich umarmt, wirklich ein tolles Erlebnis!“

Der auffallend talentierte Glückspilz Christone wurde bereits mit 17 von einem der ganz Großen im Blues auf einem Festival entdeckt. Headliner Buddy Guy sah den Gitarristen auf eine Nebenbühne, lud ihn gleich zu einem Gastauftritt ein und wurde fortan sein Mentor. Er zahlte ihm Plattenaufnahmen, nahm ihn mit auf Tour. Und Christone hat was draus gemacht. „Es war eher indirektes Lernen, das mich weitergebracht hat. Ich beobachtete Buddy immer genau auf der Bühne, wie er das Publikum führte und oft mit einer einzigen Note oder einem Stimmeinsatz zu einer bestimmten Reaktion brachte. Wir saßen auch oft im Studio zusammen und er hat mir beigebracht, wem ich nicht vertrauen sollte. Wie ich also Leute erkenne, die nicht aus unserem Business sind.“ Christone Ingram legt Wert darauf, dass Buddy Guy ihn nie belehrt habe, sondern nur eigene Erfahrungen unkommentiert weitergegeben. Die wohl nachhaltigste „Erziehungsmethode“: Storytelling statt Lektionen. Ziehe deine Schlüsse selbst daraus.

Ingrams neues Album erscheint nun erstmals auf seinem eigenen Label und darf auch gerne von Nicht-Bluesfans getestet werden. Mit viel Rhythm & Blues und Soul gewürzt, finden sich aber auch poppige, kommerzielle Lieder darauf, die durchaus im Formatradio bestehen können. Die renommierte Gitarrenschmiede Fender hat ihm übrigens sogar schon ein eigenes Signature-Telecaster-Modell gewidmet.

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