Review: The Pretty Reckless – WHO YOU SELLING FOR

pretty recklessAlles andere als Ausverkauf.

„Nicht noch ein Schauspieler-Girlie, das sich einbildet, singen zu müssen!“ Das dachten sicherlich einige Rock-Fans bereits 2010, als das erste Album von The Pretty Reckless erschien. Sängerin Taylor Momsen, die vor einigen Jahren als blondes Model-Püppchen in der US-Serie „Gossip Girl“ zu einer gewissen Boulevard-Größe aufstieg, war damals zarte 17 und machte einen auf „Bilderbuch-Rock-Bitch“. Doch: Schon damals war zu erkennen, dass hier tatsächlich aufrichtiges, musikalisches Streben (und eine für Momsens schmale Gestalt unfassbar sonore und rauchige Stimme) die Triebfedern zu sein schienen. Das bestätigen The Pretty Reckless nun endgültig mit Album Nummer drei WHO YOU SELLING FOR. Klar, dass hier Hol­lywood-Promi-Schub und die damit verbundenen finanziellen Ressourcen vorhanden sind, zeigt sich deutlich am fertigen Produkt: Perfekt aufgenommen, in der Nachbearbeitung aber alles andere als überproduziert, sind diese zwölf aus der gesamten Classic-Rock-Historie inspirierten Songs geraten. Vorschlag: Einfach selbst reinhören und die Stones, Pink Floyd, The Who, Lynyrd Skynyrd, Simon & Garfunkel, Pearl Jam und viele mehr entdecken! Dazu durften sich Momsen und ihre jungen Männer an der Unterstützung von Warren Haynes sowie einigen anderen erstklassigen Mu­­sikern erfreuen, die bereits im Auftrag von Billy Joel, David Bowie, Ian Hunter und Rod Stewart gewerkelt haben. Doch WHO YOU SELLING FOR überrascht in erster Linie mit Mom­sens und Gitarrist Ben Phillips‘ Talent für große Hooks und ihren Mut zu unangepassten Song­strukturen.

8/10

The Pretty Reckless
WHO YOU SELLING FOR
CONCORD RECORDS/UNIVERSAL