Review: Walter Trout – WE‘RE ALL IN THIS TOGETHER

walter troutTrübsal Blasen war gestern.

2014 hing Trouts Leben am seidenen Faden. Die fünf Jahre bei Canned Heat hätten gereicht, um seine Leber nachhaltig zu schädigen, gestand die Blues-Ikone lakonisch. Das Nahtod-Erlebnis verarbeitete er auf der schwermütigen LP BATTLE SCARS (2015). Doch nun ist Schluss mit Gram und Schmerz. Dem Maestro ist zum Feiern zumute. Zum zweiten Mal nach FULL CIRCLE (2006) lud er zum Stelldichein und die (ausschließlich männliche) Blues-Prominenz fand sich ein. Gewiss ist Trout abermals in Höchstform und veröffentlicht ein unbeschwertes und kraftstrotzendes Meisterwerk, das jegliche Sorgen vertreibt, doch in erster Linie ist es die musikalische Vielfalt, die WE‘RE ALL IN THIS TO­­GETHER so packend macht. Unverkennbar klingt die Slide-Gitarre von Sonny Landreth, Kenny Wayne Shepherd lässt seine Klampfe aufheulen wie einst Stevie Ray Vaughan. Zweifellos spornten sich die Musiker gegenseitig zu erstklassigen Leistungen an. Selten hat man den Blues-Harp-Pionier Charlie Musselwhite so frisch und frech gehört. Das Stück mit Mike Zito ist regelrecht radiotauglich und Robben Ford kann Jazz. Zusammen mit Eric Gales lässt es Trout gehörig krachen (›Somebody Goin‘ Down‹) und auch Randy Bachman (BTO) vermag noch immer zu überzeugen. Zudem trifft Trout erneut auf die lebende Legende John Mayall sowie auf Joe Bonamassa, der die grandiose Blues-Kollektion mit dem Titeltrack abschließt.

8/10

Walter Trout
WE‘RE ALL IN THIS TOGETHER
MASCOT/ROUGH TRADE

Text: Urs Breig