Review: Santana – SANTANA IV

sanatana iv cover(Fast) alle an Bord: die Ur-Besetzung mit 16 Tracks im Stil der Pioniertage.

Davon träumten Santana-Puristen seit Dekaden: Warum nach 45 Jahren Zäsur nicht mal wieder das Bewährte wagen? Als vor geraumer Zeit Gitarrist Neil Schon (Journey) seinem ehemaligen Boss gemeinsame Duo-Projekte vorschlug, ging der angesprochene Carlos Santana gleich noch einige Schritte weiter. Wenn schon, dann sollten auch die ehemaligen Mitglieder der Frühzeit, Schlagzeuger Michael Shrieve, Percussionist Michael Carabello sowie Sänger und Keyboarder Greg Rolie mit von der Partie sein. Für den 2000 verstorbenen Bassisten David Hood und den durch Abwesenheit glänzenden Perkussionisten José „Chepito“ Areas sprangen aus aktueller Santana-Besetzung Benny Rietveld und Karl Perazzo ein. Seit 2013 lief der Countdown. Nach intensiven Studioaufnahmen in den vergangenen zwei Jahren, schließt das von Heather Griffin-Vine in ein Debüt-Gedächtnis-Cover verpackte SANTANA IV tatsächlich in punkto Qualität und Authentizität nahtlos an die Multiplatin-Werke SANTANA (1969), ABRAXAS (1970) und SANTANA III (1971) an: Nach sphärischem Auftakt der Voodoo-Funk-Beschwörung ›Yambu‹ mit signifikanter Hammond-B3-Orgel und Santanas typischen Gitarreneinlagen, feuern ›Shake It‹, ›Choo Choo‹ und ›All Aboard‹ aus sämtlichen Kanonen. Mit der ersten Single ›Anywhere You Want To Go‹ und ›Leave Me Alone‹ befindet sich das Ensemble im Fahrwasser der Klassiker ›Evil Ways‹ und ›Oye Como Va‹. Mit den semiakustisch Zeitlupenhaften ›Sueños‹, ›Blues Magic‹ und ›You And I‹ wandeln die Santanisten auf den Spuren von ›Samba Pa Ti‹. An die Latin-Orgie ›Soul Sacrifice‹ erinnern ›Caminando‹ und ›Echizo‹. ›Fillmore East‹, eine Reminiszenz an Santana-Mentor Bill Grahams 1971 geschlossenen New Yorker Konzerttempel, flirrt instrumental in überirdischen Sphären. Optimal ins erprobte Konzept integrieren sich auch ›Love Makes The World Go Round‹ und ›Freedom In Your Mind‹ mit dem stimmlich an Curtis Mayfield erinnernden Gastsänger Ronald Isley von The Isley Brothers.

Santana
SANTANA IV
SANTANA IV RECORDS
8/10