Review: Lita Ford – TIME CAPSULE

lita fordDie (gute) alte Zeit.

Glücklicherweise hat Lita Ford ihre alten Bänder nicht als Flohmarktware verhökert, sondern einige ihrer frühen Aufnahmen für TIME CAPSULE wieder aufpoliert. Das bisher unveröffentlichte Material stammt aus den glorreichen 80ern, aber den ganz großen Hit wie seinerzeit ›Kiss Me Deadly‹ von 1988 findet man erwartungsgemäß nicht. Dafür gibt es aber starke und dramatische Powerballaden – ja, so nannte man das damals – wie ›Where Will I Find My Heart Tonight‹ und ›Killing Kind‹, dazu coole Groover wie das unter Mitwirkung von Gene Simmons entstandene ›Rotten To The Core‹. Weitere Gastauftritte wie der von Robin Zander im Chor oder der von Dave Navarro an der Mandoline verleihen zusätzlichen Glanz. Witzig auch der wütende Chris Holmes von W.A.S.P. auf der Suche nach seinen Autoschlüsseln im Intro. Im Verlauf wird die Scheibe instrumental- bzw. improvisationslastiger und roher. Der eine oder andere Track wirkt etwas unfertig, aber die Grammy nominierte Sängerin und Gitarristin muss sich für ihre „Jugendsünden“ definitiv nicht schämen. Der hart rockende Abschluss ›Anything For The Thrill‹ bringt dann auch noch mal das damalige Motto auf den Punkt.

Lita Ford
TIME CAPSULE
STEAMHAMMER/SPV
7/10