Review: Sting – LIVE AT THE OLYMPIA PARIS

Sting Live At The Olympia Paris

Ein Superstar, seine erstklassige Band und ein wenig durchaus willkommener Nepotismus.

Gordon Sumner alias Sting hat einen durchtrainierten, sehnig-muskulösen Körper, der in schwarzer Jeans und grauem T-Shirt noch immer eine exzellente Figur abgibt. Dazu lässt der Brite am 13. April 2017 in der französischen Hauptstadt immer wieder ein schelmisches, fast bubenhaftes Lächeln aufblitzen. Seine mittlerweile 66 Jahre sieht man ihm wirklich nicht an. Was noch viel wichtiger ist: Man hört sie auch nicht einmal ansatzweise. Im November 2016 veröffentlichte Sting 57TH & 9TH, sein rockigstes Album in diesem Jahrtausend – vielleicht sogar seit der Auflösung von The Police. Sieben Songs daraus sind Teil des über 100-minütigen Sets. Kein einziger davon fällt auf der Bühne ab, was einiges über ihre Qualität aussagt. Besteht der Rest des Programms doch aus Solo-Klas­sikern wie ›Englishman In New York‹, ›Fields Of Gold‹ oder ›Fragile‹ sowie acht der unkaputtbaren Monumente (u. a. ›Every Breath You Take‹, ›Synchronicity II‹, ›Roxan­ne‹) von Stings Ex-Band. Einen großen Teil zum Gelingen der Show trägt die hervorragende Begleitband bei, angeführt von Gitarrist Dominic Miller und Drummer Josh Freeze (Guns N‘ Roses, A Perfect Circle, Nine Inch Nails). Die roh wirkenden, dabei erstaunlich druckvollen Ar­­range­ments kommen mit souveräner Virtuosität und Lockerheit daher, die perfekt zur Atmosphäre im altehrwürdigen, 2.000 Fans fassenden Musentempel an der Seine passen. Als durchaus willkommener Bonus sind zudem die Auftritte des Vorprogramms angefügt: The Last Bandoleros und Joe Sumner – Stings ältester Sohn. Bei beiden mischt der Meister für jeweils ein Lied mit.

Sting
LIVE AT THE OLYMPIA PARIS
EAGLE VISION/UNIVERSAL