Review: Gregg Allman – SOUTHERN BLOOD

southern bloodDie Straße war sein einziger Freund.

Wie es sich wohl anfühlt in einer der besten Bands aller Zeiten zu spielen? Gregg Allman hat in einer solchen Truppe mitgewirkt, denn die Allman Brothers Band war in ihren Hochzeiten nahezu unschlagbar. Nun ist er leider am 27. Mai dieses Jahres verstorben, die Band hat schon vor ein paar Jahren die Segel streichen müssen. Über fünf Jahrzehnte haben die ABB und sein Vorsteher den Rock’n’Roll entscheidend mitgeprägt, sein letztes Album SOUTHERN BLOOD ist ein würdiges Testament. Es ist das erste Solowerk des 69-jährigen Sängers und Keyboarders seit dem Grammy-prämierten LOW COUNTRY BLUES von 2011. Don Was hat produziert, die Songs stammen unter anderem aus dem Fundus von Freunden und Kollegen wie Bob Dylan (›Going Going Gone‹), Jackson Browne (›Song For Adam‹, auf dem Browne auch mitwirkt), Tim Buckley (›Once I Was‹), Jerry Garcia/Robert Hunter (›Black Muddy River‹, mit schöner Slide-Gitarre) und Lowell George (›Willin’‹). Lediglich der autobiografische Opener ›My Only True Friend‹ entspringt der Feder von Allman selbst und erzählt quasi seine Lebens-Liebes-Geschichte. „The road is my only true friend“ – Gregg Allman hat sich nur auf der Straße wirklich wohl gefühlt. Folglich hat er auch seine letzten zwei Lebensjahre „on the road“ verbracht, denn die Zeit zwischen Konzerten war nicht seine – seine war die auf der Bühne. Ein majestätischer Abschied von einer der letzten ganz großen Ikonen.

8/10

Gregg Allman
SOUTHERN BLOOD
ROUNDER/UNIVERSAL