Review: Dave Hause – BURY ME IN PHILLY

dave hauseBlue-Collar-Heimatfilm.

Dave Hause, spätestens seit seinem letzten Studioalbum DEVOUR aus dem Jahr 2013 der Liebling der Punk/Singer-Song­writer-Szene, hat einen Schritt vollzogen, einen Schritt raus aus der eigenen und der gesellschaftlichen „Großen Depression“. Gleichermaßen stark von persönlicher und gemeinschaftlicher Vergangen­heits­bewältigung getrieben, rief Hause damals Heilige und Dämonen um Hilfe gegen die eigene Gebrochenheit an. BURY ME IN PHILLY ist nicht weniger mystisch oder emotional ausgefallen, doch ein besonneneres, leichteres und optimistischeres Album. Hause hat sich in den letzten Jahren zwei starke Stützen gebaut, denen er jetzt seine Songs und auch den neuen Albumtitel widmet: Hoffnung und das unerschütterliche Fundament Heimat trösten über die geplatzte Blase des „American Dream“ hinweg. Diese Erkenntnis manifestiert sich auch in der Wahl des Pro­duzenten, Hause holte nämlich einen lokalen Helden seiner Kindheit ins Studio, den aus Philadelphia stammenden Eric Bazilian von den Hooters. Was der Mixtur aus melancholischem, folkigem Punkrock und gut gelauntem, meist in den 80er Jahren angesiedeltem Radio-Heartland-Rock hörbar half. Einflüsse von Springsteen, Mellencamp, The Hooters, Bryan Adams (!), aber auch seiner Spezis von The Gaslight Anthem verschmelzen hier homogen zu einem originellen, substanzvollen Werk.

9/10

Dave Hause
BURY ME IN PHILLY
BMG RIGHTS MANAGEMENT/WARNER