Review: Danzig – BLACK LADEN CROWN

danzigHigh-End Low-Fi.

Vor gut zwei Jahren hagelte es für die Low-Fi-Eskapaden des Cover­albums SKELETONS massive Kri­tik. Die Intention hinter Glenns ge­wollt muffiger Produktion wur­de schlichtweg von vielen Fans missverstanden und die Keyboardkrieger im World Wide Web gossen dazu noch ordentlich Öl ins Feuer. BLACK LADEN CROWN wird letzteres (ohnehin nie zufriedenzustellendes) Klientel mit großer Sicherheit neues Futter liefern. Danzig stand jedoch noch nie für glattpolierten, aufgeblähten Plastiksound, und die zeitlosen Werke der 1987 gegründeten Band donnerten in den letzten drei Dekaden mal mehr, mal weniger rau und ungeschönt erdig aus den Boxen. Genau diesen un­­ver­­kennbaren Charme versprüht auch BLACK LADEN CROWN. Die neun neuen und ge­­schmacks­sicher vom Hauptprotagonisten im Allein­gang komponierten Stücke zeichnen in ihrer Gesamtheit ein atmosphärisches Kopfkino zwischen düsterem Road- und B-Horror- Movie – gespickt mit allerlei Trademarks aus drei Dekaden Danzig. Glenns Gesangsperformance ist passend dazu irgendwo im Dunstkreis von DANZIG 4 (1994), dem sträflich unterbewerteten DANZIG 6:66 SATAN‘S CHILD (1999) und DETH RED SABAOTH (2010) angesiedelt. Im Prinzip ist also alles nahezu perfekt… wären da nicht zwei Dinge, die man bei aller Liebe für die Kunst der 61-jährigen Legende dann doch be­­mängeln muss: erstens das Cover-Artwork. Bisher servierte Glenn immer coolen – im „Dan­zig Corporate Design” gehaltenen – Kitsch. Warum er allerdings ausgerechnet zum dreißigsten Jubiläum seiner Combo auf BLACK LA­­DEN CROWN eine so derart lieblos anmutende Pinselei packt, ist genau so unverständlich wie der Loudness-Faktor bei ›Last Ride‹, ›But A Nightmare‹ und ›Skull & Daisies‹.

8/10

Danzig
BLACK LADEN CROWN
AFM/SOULFOOD