Review: Avatarium – HURRICANES AND HALOS

avatariumLicht und Schatten im Auge des Hurrikans.

Die schwedische Doom-Metal-For­mation Avatarium, hinter der Musiker von Candlemass, Evergrey und Tiamat stecken, legt ein beachtliches Tempo vor. 2012 gegründet, erschienen seitdem bereits zwei EPs sowie drei Longplayer. Der dritte in dieser Riege ist HURRICANES AND HALOS, der mit ›Into The Fire – Into The Storm‹ und ›The Starless Sleep‹ kraftvoll und mitreißend beginnt, im weiteren Verlauf jedoch manchmal das Gefühl vermittelt, als wäre der Band etwas die Puste ausgegangen. Gerade ruhigen Tracks wie dem hippiesken ›Road To Jerusalem‹ oder der reduzierten Ballade ›When Breath Turns To Air‹ mangelt es an aufregenden Momenten und Gänsehaut-Flair. Auch der ab­­schließende Instrumental-Titeltrack ›Hurricanes And Halos‹ strotzt nicht gerade vor Kreativität. Ob sich Mastermind und Doom-Koryphäe Leif Edling (Candlemass), der kürzlich mit The Doomsday King­dom noch ein stilistisch ähnliches Projekt gegründet hat, schlichtweg übernommen hat? Denn auch wenn er live nicht mehr dabei ist, stammen sechs der acht Tracks von ihm. Sei es drum, spätestens ›The Sky At The Bottom Sea‹ entschädigt für die temporären Durchhänger, würde die Nummer doch auch Bands wie Rainbow oder Deep Purple äußerst gut zu Gesicht stehen. Hier kann auch Sängerin Jennie-Ann Smith endlich ihre Stärken, die im kraftvollen, souligen Gesang liegen, voll und ganz ausspielen. Hätte man die Sternstunden komprimiert und auf einer EP veröffentlicht, wäre hier durchaus eine höhere Bewertung drin gewesen.

6/10

Avatarium
HURRICANES AND HALOS
NUCLEAR BLAST/WARNER