Review: Aerosmith – ROCKS

aerosmith rocksZurück im Sattel: Wie sich Tyler und Co. 1976 stilistisch neu positionierten.

Was lasse ich einem Durchbruchswerk mit achtfachem Platinstatus folgen? Der Vorgänger TOYS IN THE ATTIC ließ sich in seiner Stromlinienform mit Fanfavoriten wie ›Sweet Emotion‹, ›Walk This Way‹ und ›You See Me Crying‹ nur schwer toppen. Sänger Steven Tyler und Gitarrist Joe Perry, trickreiches Komponistenteam, optische Klone von Jagger/Richards und auch unter dem selbstironischen Kürzel „The Toxic Twins“ ein Begriff, entschieden sich für weniger Chartaffinität und eine eher hartmetallische Gangart. Mit ›Back In The Saddle‹, ›Rats In The Cellar‹ und ›Nobody’s Fault‹ rückten die Luftschmitze stilistisch näher an die britischen Vorbilder Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath heran. Allerdings ohne ihren massenkompatiblen Stadionrock aus den Augen zu verlieren. ›Last Child‹ wiederum, eine Rhythm’n’Blues-Reminiszenz, schlug sich als Auskopplung wacker in den Charts der USA und Kanadas. Mit ›Home Tonight‹ lieferte Steven Tyler eine tränentriefende Ballade. Als dauerhaft wie ein Diamant erwies sich die rundum gelungene Neupositionierung, die sich in den Billboard-Charts auf Rang 3 platzierte, immerhin noch Vierfach­platin abwarf und vor allem so unterschiedlichen zu­­künftigen Aspiranten wie Guns N‘ Roses, Nirvana, Metallica und Mötley Crüe den Weg wies.

9/10

Aerosmith
ROCKS
LEGACY/SONY