Led Zeppelin: Beck, Page, Moon und die Geburt von Led Zeppelin – Was wirklich geschah!


Jeff Beck:
Jim Page und ich arrangierten insgeheim eine Session mit Keith Moon, einfach um zu sehen, was passieren würde. Aber wir mussten etwas haben, das wir gleich im Studio spielen konnten, denn Keith hatte nur wenig Zeit er konnte uns nur etwa drei Stunden geben, bevor seine Roadies nach ihm suchen würden. Ein paar Tage vor der Session besuchte ich Jim zu Hause und er zupfte auf seiner zwölfsaitigen Fender-E-Gitarre, die richtig riesig klang. Es war der Klang dieser Fender, der wirklich die Melodie inspirierte. Und mir ist egal, was er sagt, aber diese Melodie habe ich erfunden. Er schlug diese Amaj7 und Em7-Akkorde an und ich begann einfach, darüber zu spielen.

Jimmy Page:
Die Idee baute auf Ravels ›Bolero‹ auf. Es ist sehr dramatisch; das ist gut gelungen.

Jeff Beck:
Er spielte den ›Bolero‹-Rhythmus und ich spielte die Melodie darüber, aber dann sagte ich: „Jim, du musst dich von dem ›Bolero‹-Beat losreißen du kannst nicht ewig so weiter machen!“ Also brachen wir es mitten im Song abrupt ab so wie die Yardbirds auf ›For Your Love‹ und setzten dieses Riff in die Mitte. Und ich fuhr nach Hause und kümmerte mich um den anderen Teil [den Uptempo-Part].

Jimmy Page:
Auch wenn er behauptet, er habe es geschrieben: Ich war das.

Jeff Beck:
Page hat dieses Lied nicht geschrieben.

Jimmy Page:
Ich habe es geschrieben, gespielt, produziert… mir ist scheißegal, was er sagt.

Simon Napier-Bell:
Jimmy hatte die Musiker für die Session organisiert. John Paul Jones war für alle prestigeträchtigen Aufnahmen immer die erste Wahl und erschien zu solchen Gelegenheiten fast immer mit Jimmy.

Jeff Beck:
Wir waren uns einig, dass wir reingehen und Moonie einen ›Bolero‹-Rhythmus dazu spielen lassen. So fing es an.

Simon Napier-Bell:
Ich hatte mit Yardbirds-Sänger Keith Relf ein paar Singles in den IBC-Studios produziert. Als Jeff sagte, er habe ein Soloprojekt, war das meine erste Wahl und ich habe das Studio gebucht.

Jeff Beck:
Er [Moon] kam mit einer dunklen Brille ins Studio, denn er war incognito unterwegs. The Who hatten ihm gesagt, dass er aus der Band fliegen würde, sollte er jemals mit irgendjemand anderem spielen.

Simon Napier-Bell:
Keith Moon kam in Tarnung zu der Session. Aber Kit Lambert war einer meiner engsten Freunde, also fühlte ich mich verpflichtet, es ihm zu sagen. Kit sah es genauso wie ich besser, ihn es versuchen zu lassen, als ihn aufzuhalten. Durch seine Tarnung stellte Keith sicher, dass jedem auffiel, dass er nicht bemerkt werden wollte. Es war eine zweitägige Session mit mir als Produzent. Ich war an beiden Tagen da. Am ersten Tag nahmen wir die Backing-Tracks auf.

Jeff Beck:
Wir mussten es nur zweimal spielen, bevor die anderen darauf einstiegen. Das hatte rein gar nichts mit Arbeit zu tun. Wir diskutierten nicht, wir spielten es einfach durch. Alle im Regieraum waren entgeistert. „Diese Typen müssen nicht mal proben.“