Led Zeppelin: Beck, Page, Moon und die Geburt von Led Zeppelin – Was wirklich geschah!

Simon Napier-Bell:
Ich hatte nichts damit zu tun, einen Sänger für sie zu finden. In den 60ern war er generell nicht gut für deine Kniescheiben, sowas zu tun.

Jimmy Page:
Moon schlug vor, dass wir Entwistle als Bassisten und Lead-Sänger holen, aber nach einigen Diskussionen beschlossen wir, einen anderen Frontmann zu nehmen. Die erste Wahl war Stevie Winwood, aber er hatte zu viel zu tun. Dann dachten wir an Steve Marriott. Wir fragten ihn und er schien darüber sehr erfreut zu sein. Dann kam eine Nachricht von Marriotts Geschäftspartner [Manager Don Arden], die besagte: „Wie würde es dir gefallen, mit fünf gebrochenen Fingern Gitarre zu spielen? Denn das wirst du, wenn du dich nicht von Stevie fernhältst.“

Simon Napier-Bell:
Sie hatten vielleicht Pläne, aber die konkrete Gründung einer Band namens Led Zeppelin wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht diskutiert. Zumindest nicht von den Leuten, die sie tatsächlich in die Tat hätten umsetzen können. Also Manager und Plattenfirmen.

Jeff Beck:
Jeder hatte anderweitige Verpflichtungen. Aber diese Session an jenem Tag, das war ein Augenblick, der wirklich mein Hirn zum Rotieren brachte wir hätten es fast getan.

Jimmy Page:
Es wäre die erste all dieser Bands gewesen, etwa so wie Cream. Stattdessen kam es nicht dazu es blieb nur der ›Bolero‹. Konkreter wurde die ganze Sache nicht.

Simon Napier-Bell:
Ein paar Tage später stieg Keith Moon kurzzeitig bei The Who aus, aber ich denke nicht, dass das etwas mit der ›Beck‘s Bolero‹-Session zu tun hatte.

Pete Townshend (Gitarrist, The Who):
Was tatsächlich geschah, ist, dass Keith und John loszogen und mich zurück ließen. Sie wollten eine Band mit Jeff Beck und Jimmy Page namens Led Zeppelin gründen.

Jimmy Page:
Die Idee verlor sich irgendwie. Wir sagten einfach: „Lasst uns die ganze Sache vergessen, und zwar schnell.“ Statt es positiver anzugehen und einen anderen Sänger zu suchen, ließen wir es einfach bleiben. Dann gingen The Who auf Tour, die Yardbirds auch, und das war‘s.

Was geschah danach?

Innerhalb von sechs Monaten nach der ›Beck‘s Bolero‹-Session hatte Jeff Beck die Yardbirds verlassen, um eine Solokarriere zu starten. Im März 1967 erschien ›Beck‘s Bolero‹ als B-Seite seiner Debütsingle ›Hi Ho Silver Lining‹ auch wenn Mickie Most als Produzent genannt wurde, der nach Simon Napier-Bell Manager der Yardbirds wurde. Keith Moon war nach ein paar Tagen wieder Mitglied von The Who. Ende 1968 erfand Jimmy Page die Yardbirds als The New Yardbirds neu, mit John Paul Jones, Sänger Robert Plant und Schlagzeuger John Bonham. Sie änderten ihren Namen noch vor Ende des Jahres in Led Zeppelin. 2009 gingen Beck und Page gemeinsam auf die Bühne, um bei der „Rock And Roll Hall Of Fame“-Zeremonie ›Beck‘s Bolero‹ zu spielen.