Gregg Allman: Southern Rock-Pionier mit 69 Jahren gestorben

Gregg Allman, Southern Rock-Pionier und Sänger der Allman Brothers Band, ist tot. Er ist am Samstag in seinem Haus in Savanna „friedlich verstorben“.

Zusammen mit seinem Bruder Duane Allman gründete Gregg 1969 The Allman Brothers Band. Mit ihrem Live-Album AT FILLMORE EAST gelang dem Sextett aus Macon, Georgia, 1971 der endgültige Durchbruch. Dieser Erfolg wurde jedoch durch den tragischen Unfalltod von Duane überschattet. Er verunglückte mit seinem Motorrad am 29. Oktober des selben Jahres und wurde nur 24 Jahre alt. Ein Jahr später starb auch Bassist Berry Oakley bei einem Motorradunfall, nicht weit von der Stelle, die Duane zum Verhängnis wurde.

1973 erschien BROTHERS AND SISTERS, das die bis heute bekanntesten Hits der Band ›Ramblin‘ Man‹ und ›Jessica‹ enthält. Danach begann das Bandgefüge weiter zu bröckeln und Gregg Allman startete seine Solokarriere. 1976 gaben die verbliebenen Mitglieder das Ende der Allman Brothers Band bekannt, um sich 1978 bis 1980 wieder zusammen zu schließen. Danach spielten sie immer mal wieder zusammen und veröffentlichten in den 90ern und Anfang der 00er Jahre insgesamt vier Alben. Sie verkauften bis heute mehr als neun Millionen Tonträger. 1995 wurde die Gruppe in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen, 2012 erhielt sie einen Grammy für ihr Lebenswerk.

1975 heiratete Gregg Allman die Sängerin Cher in Las Vegas, die nach nur neun Tagen die Scheidung einreichte, diese jedoch wieder zurückzog. Beide brachten im selben Jahr zusammen das Album ALLMAN AND WOMEN heraus, zwei Jahre später trennte sich das Musikerpaar jedoch endgültig. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, Elijah Blue Allman, der ebenfalls Musiker ist.
Sein zweiter Sohn aus einer anderen Beziehung, Devon Allman, ist auch Musiker und spielt unter anderem bei der Royal Southern Brotherhood.

Gregg Allman war die letzten Jahrzehnte weiterhin erfolgreich als Solomusiker unterwegs und prägte die Southern Rock-Szene ungemein. Sein letztes Studioalbum LOW COUNTRY BLUES erschien 2011 und war das erfolgreichste seiner Karriere mit Platz 5 in den amerikanischen und Platz 89 in den deutschen Albumcharts. Seine größten Single-Hits waren ›Midnight Rider‹ (1973) und ›I’m No Angel‹ (1987).

Gregg Allman kämpfte über Jahre mit Alkohol- und Drogenproblemen, bis er in den 90er Jahren einen Entzug machte. Jahre später litt er an Hepatitis C. Die Krankheit schädigte seine Leber dermaßen, dass ihm 2010 eine transplantiert werden musste. Im letzten Jahr hatte Allman aus gesundheitlichen Gründen mehrere Tourdaten abgesagt, im März cancelte er alle Konzerte für das Jahr 2017. Am Samstag, den 27. Mai 2017, verstarb der Sänger friedlich in seinem Haus in Savannah, Georgia. Er wurde 69 Jahre alt.