Steel String Legends: Rudolf Schenker – Gibson Rudolf Schenker Flying V

rudolf schenkerEs ist die Frage aller Fragen im Gitarrenkosmos: Warum spielt Gitarrist X Model Y? Bei Rudolf Schenker – dem berühmtesten Saitendehner Deutschlands – war es nicht anders als bei fast jedem seiner musizierenden Fans: Er entdeckte die Gibson Flying V zufällig in einem Musikmagazin…

Komischerweise spielte auf diesem Foto nicht einer von Rudolfs Helden wie etwa Keith Richards und Mick Taylor von den Rolling Stones oder Jimmy Page (Led Zeppelin) die futuristische Axt der in Nashville beheimateten Company, sondern die inzwischen verstorbene Blueslegende Johnny Winter. Der Sarstedter war sofort Feuer und Flamme!

Kurze Zeit später fuhr Michael Schenker nach Hamburg um eine bestellte Gibson Les Paul in einem Instrumentenladen abzuholen – dort stand eine Gibson Flying V und der Jüngere der beiden Schenkers rief sofort seinen älteren Bruder an um ihm die freudige Nachricht mitzuteilen.

Der Legende nach wollte Rudolf zuerst sein Gibson Alvin-Lee-Modell dafür eintauschen. Jedoch bot ihm der Händler nur 2000 DM. Die Flying V kostete aber für die damalige Zeit exorbitante 3250 DM. Da Rudolf den Differenzbetrag nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln konnte, schlug der Besitzer des Geschäfts, da er ihm vertraute, einen Deal vor: eine Ratenzahlung von 100 DM pro Monat. Schenker willigte ein und war damit stolzer Besitzer seiner ersten Gibson Flying V. Später verwandelte exakt diese Gitarre auch den Gitarrenvirtuosen Michael in einen Fan des außergewöhnlichen Modells.

Im Gegensatz zu einer regulären Flying V weist Rudolfs Signature Version einige markante Besonderheiten auf: Der Halsübergang ist im Gegensatz zur aktuellen Ausgabe an der Kopfplatte verstärkt und auf der Korpusseite erhöht. Um die Tonabnehmer sind – um diese zu schützen – Rahmen montiert. Statt des üblichen Palisandergriffbretts kommt eines aus Granadillo zum Einsatz. Die verwendeten Tonabnehmer empfand Gibson den originalen PAF Pickups aus Schenkers erster Flying V nach. Last but not least besitzt die Sechssaitge die unverwechselbare schwarzweiße Schenker-Lackierung.

Die Auflage dieser Signature Gitarre war die größte, die Gibson jemals für ein Artist-Projekt fertigte. Inzwischen ist das Instrument weltweit vergriffen.

Herkunftsland: USA
Limitierte Stückzahl: 400 Exemplare weltweit
Bauweise: Solid Body
Body: Mahagoni, einteilig
Hals: Mahagoni; einteilig
Halsprofil: Rudolf Schenker Profil
Griffbrett: Granadillo
Griffbretteinlagen: Pearloid Dots
Binding:
Tonabnehmer: ‘57 Classic (Hals); ‘57 Plus Classic (Steg)
Brücke: Tune-o-matic mit Stopbar Tailpiece
Farbe: Schenker Black/White
Koffer: Gibson Custom Shop
Empfohlener Verkaufspreis 2013: 2.995,- US-Dollar