Review: The Brian Jonestown Massacre – THIS WORLD PYRAMID

brian jonestown massacreRückkehr zur alten Form.

Die psychedelische Reise des Anton Newcombe geht weiter. Zuletzt war sein Kollektiv The Brian Jonestown Massacre mutwillig vom Weg abgekommen. Es gab Musik für einen Film, der gar nicht existierte, dazu Kooperationen und zuletzt ein wirres Minialbum mit osteuropäischen Einflüssen. Alles interessant, aber eben auch unfokussiert. THIS WORLD PYRAMID ist daher genau das, wonach sich die Freunde der Band sehnen: Ein konzentriertes Album, bei dem sich The Brian Jonestown Massacre auf ihre Stärken besinnen. Was nicht heißt, dass der Psych-Rock hier nur nach Formel gespielt wird. ›Oh Bother‹ zum Beispiel marschiert mit stolzer Brust von Kalifornien aus in Richtung Mexiko. Soll Trump seinen wirren Fans doch seine Mauer versprechen: Die Musik dieser Band kennt keine Grenzen. ›Don‘t Get Lost‹ erinnert an den Song, der Newcombes Band seinerzeit berühmt gemacht hat: ›Straight Up And Down‹, das Stück aus dem Vorspann der HBO-Serie „Boardwalk Empire“ mit Steve Buscemi. Das Titelstück zeigt die Affinität der Band zum Shoegaze-Rock, die Single ›The Sun Ship‹ entführt die Beatles weiter ins rätselhafte Land der Halluzinogene. Der beste Beweis für die Rück­kehr zur alten Stärke ist das längste Stück: Der ›Assignment Song‹ läuft fast zehn Minuten, beginnt wie ein taumelnder Weltraumwalzer, kommt zwischendurch beinahe zum Erliegen, um nach sechs Minuten wie ein kosmisches Ballett wieder aufzustehen. Es gibt nicht viele Bands, die diese Mischung aus Trip und Songwriting so exzellent hinbekommen.

7/10

The Brian Jonestown Massacre
THIS WORLD PYRAMID
A RECORDINGS/CARGO