Review: Suburra

suburra
Paolo Sorrentino widmete der Ewigen Stadt Rom mit „La Grande Bellezza“ eine melancholische Ode, die zwischen Schönheit und dem dahinter lauernden Verfall ein zeitgemäßes Update bekannter Klassiker lieferte: Um Selbstgefälligkeit, intellektuelle Eitelkeit, verloren gegangene Eleganz und verblassten Zauber ging es dort. Eine ähnliche Perspektive, wenn auch eine sehr viel grimmigere, nimmt Regisseur Stefano Solima ein, wenn er seinen erstaunlich nah an tatsächlichen Ereignissen gebauten Mafia-Thriller zum ernüchternden Blick auf Roms Schattenseiten umfunktioniert. Ein großes Bauprojekt, in das Politik, Vatikan und selbstverständlich auch verschiedene Mafia-Clans verstrickt sind, ist dabei der Ausgangspunkt eines düsteren Reigens aus In­­trigen, Verrat und Mord. Von Solima – der zuletzt am Serienhit „Gomorrha“ mitwirkte – in mal rauschhafte, mal quasi-dokumentarisch nüchterne Bilder gefasst, ist „Suburra“ ein beklemmend brutaler, höchst intensiver und durch sämtliche gesellschaftliche Sphären oszillierender Neo-Noir- Thriller, dessen Bildgewalt nach großer Kino­leinwand schreit.

8/10

Suburra
Koch Media
Start: 26.01.