Review: Seasick Steve – KEEPIN‘ THE HORSE BETWEEN ME AND THE GROUND

seasick steveWhite Man Blues, wie er authentischer kaum sein könnte.

Mit einem ungewöhnlich ereignisreichen Leben, das ihn unter anderem als Obdachlosen, Wanderarbeiter und sogar mehrfach Inhaftierten ge­­sehen hat, besitzt Seasick Steve allerbeste Grundvoraussetzung für authentischen Blues. Der Mann weiß eben, worüber er singt. Ge­­boren vor 77 Jahren als Steve Wold, erzählt der seekranke Stefan überwiegend Geschichten seiner notorischen Unruhe, die ihn nie richtig hat sesshaft werden lassen, aber auch Storys zahlreicher Be­­ziehungen und Bekanntschaften aus seiner bewegten Vita. Auf KEEPIN‘ THE HORSE BETWEEN ME AND THE GROUND macht er dies mit einer Intensität, die dem Zuhörer wohlige Schauer über den Rücken jagt. Klingt paradox, ist aber so: Je ruhiger Seasick Steve wird, umso packender sind seine Stücke. Bestes Beispiel ist sicherlich ›Shipwreck Love‹, eine grandiose Nummer, bei der man an den Lippen des Blues-Hobos förmlich klebt wie Fliegen am Honig. Wird es bei Steve rockig, vernimmt man Zitate von Canned Heat (›Hell‹), ZZ Top (›What A Thang‹) und Bob Dylan (›Grass Is Greener‹). Im Oktober kommt der Mann auf Deutschlandtournee. Unbedingt hingehen!

8/10

Seasick Steve
KEEPIN‘ THE HORSE BETWEEN ME AND THE GROUND
THERE‘S A DEAD SKUNK/ROUGH TRADE