Review: Pete Yorn – ARRANGING TIME

pete yornAlte Stärken, neue Perspektiven.

Sechs Jahre nach seinem letzten Soloalbum fühlt sich die sechste LP von Pete Yorn ein wenig wie ein Neuanfang an. Gemeinsam mit Produzent R. Walt Vincent, mit dem er zu Beginn des Jahrtausends sein brillantes Debüt MUSICFORTHEMORNINGAFTER und auch den Nachfolger DAY I FORGOT produziert hat, kehrt der Singer/Songwriter aus New Jersey hier zu alten Methoden zurück, ohne sich klanglich an der Vergangenheit festzuklammern. Seine bisweilen grüblerischen Gedanken zum Älter- und Erwachsenwerden – Yorn ist inzwischen über 40 und Familienvater – unterlegt er mit einem langsamen elektronischen Puls und einem wohlüberlegt glatten Sound, der den optimistischen Roots-Rock seiner Frühwerke nur noch selten streift. Überhaupt war es Yorn dieses Mal offensichtlich wichtiger, eine warmtönige Grundstimmung voller Melancholie zu erzeugen, anstatt einzelne Songs in den Mittelpunkt zu stellen: Das reife Werk eines Mannes, der in den letzten 15 Jahren so manchen Tiefschlag einstecken musste, sich letztlich aber glücklich schätzt, lange genug durchgehalten zu haben, um davon erzählen zu können.

Pete Yorn
ARRANGING TIME
CAPITOL/UNIVERSAL
6/10