Review: Jess And The Ancient Ones – THE HORSE AND OTHER WEIRD TALES

Jess And The Ancient Ones The Horse And Other Weird Tales

Der böse Zwilling der Blues Pills.

Finnlands Musiker hatten immer schon ein Händchen für diese gewisse Extradosis Morbidität. THE HORSE AND OTHER WEIRD TALES klingt deswegen auch nur auf den ersten Blick wie ein Nachkomme von The Doors, Jefferson Airplane und Englands Hard-Rock-Adel. Im Subtext ihrer psychedelisch-verschrobenen Kaskaden verstecken sie aber reichlich Dunkelheit und Obskurität. Beunruhigende Samples, blubbernde Orgeln, Horrorfilm-Stimmung, wabernde Soundteppiche und Texte aus dem Jenseits bestim men das (manchmal überladene) Bild. Freie Liebe trifft auf den Sensenmann – allein ideologisch ist diese Mischung schwer zu verstehen. Atmosphärisch passt es aber auf sonderbare Weise und sorgt für ein psychedelisches Rock-Album mit Gruselnote. So würden vielleicht Jefferson Air plane klingen, wenn sie aus Finnland kämen und nicht aus San Francisco. Fragt sich nur, ob der Summer Of Love auch bei acht Grad funktioniert hätte.

7/10

Jess And The Ancient Ones
THE HORSE AND OTHER WEIRD TALES
SVART RECORDS/SOULFOOD