Review: Jeff Lynne’s ELO – ALONE IN THE UNIVERSE

elo

Allein auf dem Thron.

Und da war er plötzlich wieder. Mit bemerkenswert wenig Aufhebens kehrt eine der wichtigsten „Bands“ der Musikgeschichte zurück. Jeff Lynne hielt eben noch nie viel von Rummel und ließ lieber die Musik für das Brimborium sorgen. Nach drei Jahrzehnten, die er größenteils als Produ­zent verbrachte (das 2001er-Comeback ZOOM fand erstaunlich wenig Beachtung), will er der Welt aber offenbar doch noch mal was beweisen. Ist ALONE IN THE UNIVERSE nun die Platte, auf die Millionen darbende Fans sehnsüchtig gewartet haben, oder doch eines jener Alterswerke, über die man besser den Man­­tel des Schweigens breiten möchte? Der erste, oberflächliche Eindruck könnte in letztere Richtung gehen. Klassisch das Artwork, stellt man beim ersten Anhören zunächst einmal fest, dass Lynne keinerlei Anstrengungen macht, neues Territorium zu erschließen. Auf zwölf Tracks werden bekannte ELO-Klänge neu konfiguriert, wodurch sie eigentümlich aus der Zeit gefallen wirken. Aber spätestens ab dem zweiten Durchlauf erkennt man, dass er uns damit ein wundervolles Geschenk macht, denn diese Tiefe des Schön­klangs, diese honiggoldenen Harmonien und seelenstreichelnden Melodien liefert nach wie vor niemand auf diesem Niveau ab. It’s lonely at the top, und nirgends sonst gehört dieser Mann hin.

Jeff Lynne’s ELO
ALONE IN THE UNIVERSE
Sony
9/10