Ozzy Osbourne – SCREAM

OzzyRock für die ganze Familie: mal kitschig, meist aber kraftvoll.

Der Madman rockt wieder, und wir fragen uns bange: Kann er es noch? Bedeutet ein neuer Gitarrist auch den Beginn einer neuen Ära? Die erleichterte Antwort: Ja, er kann noch. Und nein, im Grunde ist alles beim Alten geblieben, obwohl SCREAM das erste Album ohne den langjährigen Gitarristen Zakk Wylde ist. Zwar hört man schon, dass hier Gus G. von Firewind die Axt schwingt, und natürlich sind auch die Black Label Society-Parts aus den Aufnahmen verschwunden – dennoch ist SCREAM kein pures Flitzefinger-Metal-Werk geworden. Die Basis der Songs ist klassischer Hard Rock, nur als Verfeinerung wird mit einer Metal-Legierung gearbeitet.

Hier wird deutlich, dass Produzent Kevin Churko den Großteil der Arbeit gemacht hat – und zwar kompositorisch wie klangtechnisch. Er hat es geschafft, Ozzy eine zeitgemäße Platte auf den Leib zu schneidern. Die klingt mal bombastisch (›Soul Sucka‹), nimmt aber in manchen Passagen moderne Queens Of The Stone Age-Grooves mit auf (›Let It Die‹) oder taugt schlicht als Radiohit (›Let Me Hear You Scream‹). Am besten ist Ozzy aber dann, wenn er aus dem Riff-Vollen schöpfen kann: Die Härte von ›Diggin Me Down‹ schlägt sich auch in seinem Gesang nieder – dafür gebührt ihm unser Respekt. Man verzeiht ihm auch den Schmalztiegel, aus dem er sich in ›I Love You All‹ reichlich bedient. Zuschrauben und vergessen.

Insgesamt jedoch ist SCREAM ein gelungenes Werk: typisch Ozzy in Sachen Atmosphäre, und breit genug gefächert, um wirklich alle glücklich zu machen – im Grunde klassischer Familien-Rock.